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19. Sep. 2009

Es war 1993, als der wundervolle Film Und täglich grüßt das Murmeltier herauskam. Bill Murray spielte darin einen Reporter, dessen Leben sich bei einer Außenreportage täglich wiederholt. So bekommt er aber die Chance, die anfangs spröde, bezaubernde Andie McDowell mit seinem zunehmenden Wissen über sie endlich zu verführen.
Mir ging es gestern abend so, als ich in der Autowaschanlage hinter mir einen Mann kennenlernte, der ebenfalls den vorgestern hier beschriebenen Frühabendhunger hatte und sich eine Tüte Chips reinzog. Es geschah dann Folgendes:

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und auch das blieb nicht aus:

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Wenn sich zwei Männer in dieser frühabendlichen Hungersituation begegnen, bringen sie einander Verständnis entgegen. Sie sind solidarisch. Als Jüngling auf der Insel Ischia musste ich in dieser Situation ein Stück Straßenpizza bestellen – es war im Juni 1975 – mit dem ich mich in die Landschaft zurückzog. Dort kam mir Franz Josef Strauss ganz alleine entgegen und wünschte mir “Guten Appetit”. ER wußte, wovon er sprach. Seitdem schätze ich ihn als lebensnahen Praktiker. Da fiel mein Blick auf die Wand neben dem Stammtisch der Weinstube Schmid:

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Strauss war also auch hier gestrandet. Ein Knoblauchhendl ist einfach unwiderstehlich. Andie McDowell auch.
Und täglich grüßt das Murmeltier. Auch heute wieder?

17. Sep. 2009

Darüber liest man nichts. Nirgendwo. Hungrige Männer um 17.55, die nach der Arbeit verzweifelt nach Essen suchen. Das Mittagessen ist schon zu lange vorbei. Das ungewisse Abendessen bei einer Frau, die vielleicht ein paar Salatblätter wäscht, liegt in ferner Zukunft. Hier kommt die Stunde der Würstchenbuden und der kleinen Bierbars sowie der früh, nämlich eben deshalb um 17 Uhr öffnenden Landgasthöfe. Deren Wirtinnen wissen, was Mann und vor allem wann er es braucht und leuchten ihm bei der frühabendlichen Radtour ein heimeliges Licht:

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Der Mann weiß es zu deuten und fliegt wie eine Motte hinein. Er übergeht alle Gerichte, die irgendwie mit Salat oder gar Gemüse drohen und kommt gleich zur Sache. Ein knuspriges, halbes Knoblauchhendl aus der nahegelegenen Klosterzucht, also katholisch gemästet, macht sich anheischig, dem Mann I made your day zuzurufen; ein Ruf, dem zu widerstehen ihm seine Natur verbietet.

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Doch trotz dieses elementaren und gewaltigen Vorganges, ein ganzes Tier zu schlachten, um Mann den Feierabend zum Feste gereichen zu lassen, kommt das Gesamtensemble filigran und gepflegt hinüber, abhold jeden Fettfleckes:

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Der 2008er Gutedel brilliert mit unglaublichen 0 Prozent Restzucker. Er ist selbstverständlich von Schmid selbst. Obwohl das Sprechen über Wein auch hier im Blog Gefahren birgt, darf doch festgestellt werden, dass auch im Markgräfler Land ein paar wirklich trockende und durchgegorene Tischweine gemacht werden. Zum Beispiel auch der 2007er Nobling von Brugger, nebenbei mit Bio-Zertifikat. Die Endrechnung von 13,50.- nimmt selbst auf den Regelfall Unterhaltsflicht Rücksicht, so dass Mann sich mit gutem Gewissen auf den Heimweg machen kann:

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Es ist 19.34.

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