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	<title>Anthroposophie-im-Alltag.de &#187; Turckheim</title>
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	<description>Die Welt ist ein Geschenk.</description>
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		<title>L&#8217;humanité en Alsace: SMIC, Mayerling et cochons</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 01:02:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alexanderdill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben im Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Turckheim]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Dreiländereck können wir spielerisch zwischen drei Kulturen und Sprachen wählen. Täglich. Diesmal wählten wir eine an das Castel del Monte erinnernde Wehrburg am Rande der Vogesen, das Chateau de Hohlandsbourg.

Darf man sagen, dass die Festung trotz der Aussicht denkbar uninteressant war? Das kann man von unseren französischen Freunden zum Glück nicht sagen! Der Kassier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dreiländereck können wir spielerisch zwischen drei Kulturen und Sprachen wählen. Täglich. Diesmal wählten wir eine an das <em>Castel del Monte</em> erinnernde Wehrburg am Rande der Vogesen, das Chateau de Hohlandsbourg.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/09/30082009212.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-254" title="30082009212" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/09/30082009212-560x420.jpg" alt="30082009212" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Darf man sagen, dass die Festung trotz der Aussicht denkbar uninteressant war? Das kann man von unseren französischen Freunden zum Glück nicht sagen! Der Kassier des Schlosses etwa spielte freudig in sich versunken Gitarre, als wir uns näherten. Er unterbrach sein Spiel kurz, um uns zu bedienen.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/09/30082009217.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-256" title="30082009217" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/09/30082009217-560x420.jpg" alt="30082009217" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Diese angenehme Gelassenheit, die doch in weiten Teilen Frankreichs vorherrscht, hat Gründe, die hier nicht ganz verschwiegen werden sollten. Zum Einen hat unser Nachbar einen Mindestlohn, SMIC genannt, der jährlich am 1. Juli festgelegt wird. In dem Jahr, das nach deutscher Auffassung eines der Finanzkrise ist, wurde er um 1,3% auf 8,82 Euro erhöht. Unser Gitarrist hat also allen Grund, sich nicht so zu sorgen. Allerdings wollen wir zugeben, dass die Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten bei ca. 30% liegt. In Deutschland würde man ihnen dann vielleicht raten, doch statt Gitarre zu spielen, Englisch, Deutsch oder Chinesisch zu lernen. Aber das wäre ein Mißverständnis der französischen <em>Humanité</em>. Der französische Staat wie der private Arbeitgeber haben keinerlei Ansprüche an die Beschäftigten und haben sich damit abzufinden, ob, wann und wie diese ihre 35 Stunden maximal verbringen.<br />
Zum Zweiten ist Frankreich immer noch ein katholisches Land. Das heißt: Es herrscht Heilsgewißheit. Man muß sich nicht verrückt machen, weil ER doch letztlich alle zu sich holt. Eine sinnvolle und praktische Philosophie, die erstaunlicherweise den Atheismus seit 1789 erfolgreich überlebt hat.<a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/09/30082009221.jpg"></a></p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/09/30082009216.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-255" title="30082009216" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/09/30082009216-560x420.jpg" alt="30082009216" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Wir lassen den versonnenen Jungen zurück auf der Suche nach der einst gepriesenen, französischen Küche. Im nahegelegenen Städtchen <a href="http://www.turckheim.fr/">Turckheim </a>werden wir direkt am Stadttor fündig.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/09/30082009221.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-257" title="30082009221" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/09/30082009221-560x420.jpg" alt="30082009221" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Das vollständig erhaltene Städtchen scheint wie aus ferner Zeit liegengeblieben, einzig zur Verzückung der Besucher gemacht. Anstelle der Restaurants am Hauptplatz entdecken wir ein winziges Stübchen im Turmhaus &#8211; und sind an diesem sonnigen Sonntag die einzigen Gäste. Dies läßt uns Schlimmes befürchten &#8211; zu Unrecht. Im <strong>caveau du chemin de ronde</strong> Sébastien Schmitt 1 rue des Vignerons 68230 TURCKHEIM  Tél : (0033) 03 89 58 55 28<br />
<a href="mailto:caveauducheminderonde@orange.fr">caveauducheminderonde@orange.fr</a> wird eine außergewöhnliche Kreativküche gepflegt. An diesem Tag bestand sie aus einer tatsächlich vietnamesisch als <em>Nem</em> bezeichneten, mit Lachs und Sauerkraut gefüllten Teigrolle mit Kartoffelmus. Für die folgenden Bilder und Zeilen ersuche ich die vegetarisch veranlagten unter den geneigten Lesern wegzulesen, was natürlich eine undurchführbare Forderung ist. Hauptgericht waren nämlich gebratene Ferkelkotlette, eine sensationelle Delikatesse, die auf ihrem Jus und erstklassigen Gemüsen präsentiert wurde. Dazu gab es einen 2008 Crémant d&#8217;Alsace <a href="http://www.w-spies.de/start.php?P_7938.php">Mayerling Extra Brut</a>, hergestellt von der Winzergenossenschaft Turckheim, der es mit den besseren Champagnern, etwa mit Ruinart und Perrier Jouet gut aufnehmen kann. (für 9,60.- online bestellbar, siehe Link)</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/09/30082009218.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-253" title="30082009218" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/09/30082009218-560x420.jpg" alt="30082009218" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Das doch kulturell insgesamt sehr gebeutelte Westfranken, in dem fast kein Ort mehr ein Bistro oder eine Post, einen Gemüsehändler oder eine <em>Charcuterie </em>besitzt, mit Mindestlohn und privater Passion dennoch in der Lage ist, uns anspruchsvolle Kurzgäste glücklich zu machen, ist Ausdruck einer ungeheueren Humanität; ein Geschenk, dem wir uns würdig erweisen müssen, in dem wir es annehmen. Auch wenn wir eigentlich Vegetarier sind.</p>
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