Darüber liest man nichts. Nirgendwo. Hungrige Männer um 17.55, die nach der Arbeit verzweifelt nach Essen suchen. Das Mittagessen ist schon zu lange vorbei. Das ungewisse Abendessen bei einer Frau, die vielleicht ein paar Salatblätter wäscht, liegt in ferner Zukunft. Hier kommt die Stunde der Würstchenbuden und der kleinen Bierbars sowie der früh, nämlich eben deshalb um 17 Uhr öffnenden Landgasthöfe. Deren Wirtinnen wissen, was Mann und vor allem wann er es braucht und leuchten ihm bei der frühabendlichen Radtour ein heimeliges Licht:
Der Mann weiß es zu deuten und fliegt wie eine Motte hinein. Er übergeht alle Gerichte, die irgendwie mit Salat oder gar Gemüse drohen und kommt gleich zur Sache. Ein knuspriges, halbes Knoblauchhendl aus der nahegelegenen Klosterzucht, also katholisch gemästet, macht sich anheischig, dem Mann I made your day zuzurufen; ein Ruf, dem zu widerstehen ihm seine Natur verbietet.
Doch trotz dieses elementaren und gewaltigen Vorganges, ein ganzes Tier zu schlachten, um Mann den Feierabend zum Feste gereichen zu lassen, kommt das Gesamtensemble filigran und gepflegt hinüber, abhold jeden Fettfleckes:
Der 2008er Gutedel brilliert mit unglaublichen 0 Prozent Restzucker. Er ist selbstverständlich von Schmid selbst. Obwohl das Sprechen über Wein auch hier im Blog Gefahren birgt, darf doch festgestellt werden, dass auch im Markgräfler Land ein paar wirklich trockende und durchgegorene Tischweine gemacht werden. Zum Beispiel auch der 2007er Nobling von Brugger, nebenbei mit Bio-Zertifikat. Die Endrechnung von 13,50.- nimmt selbst auf den Regelfall Unterhaltsflicht Rücksicht, so dass Mann sich mit gutem Gewissen auf den Heimweg machen kann:



