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27. Aug. 2009

Ich habe überlegt, ob ich den Beitrag von Christoph Schlingensief und die Diskussion über die Ursachen von Krebs noch länger hier stehen lassen soll. Da er noch rechts am Rand steht und ich ja auch verlinken kann, habe ich mich dafür entschieden, meine ursprünglichen Reportagen fortzusetzen. Ich kann ja jederzeit das Thema wiederaufnehmen.

Teil meines Forschungsaufenthaltes in Basel und im Markgräfler Land ist die Erforschung des Wertes von Gemeingütern (siehe dazu auch die aktuelle Diskussion im FAZ-Blog von Thomas Strobl ). Diese sind ganz einfach dadurch definiert, daß jeder Mann, jede Frau sie kostenlos genießen kann. Das reicht von der Gratiszeitung an der Trambahnhaltestelle bis zum Surfsaal des Unternehmens Mitte, von der kostenlosen medizinischen Notfallversorgung bis zum freien Betreten der Kirchen. Seit er so sauber ist, daß man dort nicht nur Fische, sondern auch Badende beobachten kann, ist der Rhein ein gigantisches Gemeingut. Hier bei Neuenburg, wo 1940 Ernst Jünger in den Rheinwäldern vergeblich auf den Feindkontakt seiner Kompanie wartete – der Blitzkrieg war zu schnell – sieht der Rhein aus wie die Isar vor Bad Tölz oder der Tagliamente hinter Tolmezzo: 23082009168 Der Rhein – nur Wenige wissen es – entspringt dem Trinkwassereservoir Bodensee und ist zumindest bis Straßbourg von Gemeinden gesäumt, die sich Kläranlagen in der finanziellen Größenordnung von Flughäfen leisten können. ER ist klar. Nicht glasklar, aber klar. Da es in Basel seit 5 Wochen 30 Grad hat, der Rhein immerhin noch 25, ist das Rhy-Schwimme DAS Gemeingut im sommerlichen Basel. Ob grillend (Fertiggrill für SFr 5,95.-) mit Bierdose…24082009176

Oder als Flaneur am Ostufer des Rheines mit dem Blick auf zur Zeit Tausende von Schwimmern, die sich mit ihren orangenen Schwimmsäckchen von der Schwarzwaldbrücke bis zur Johannisbrücke treiben lassen….

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Die ökonomische Berechnung des heutigen Party&Freizeit Rheines würde ergeben, daß er als permanentes Outdoor-Event-Zentrum weuitaus wirtschaftlicher ist, denn zuvor als Lastkahnautobahn und selbst als Kühlwasserlieferant für Kernkraftwerke. Wir müssen nur einen täglichen Eintritt von SFr 6.- pro Kopf ansetzen. In den 100 Sommertagen macht der Rhein bei 100.000 Besuchern pro Tag stattliche 360 Mio Franken – nur in Basel.
Im Hintergrund des Fotos sehen wir bereits ein künftig zu erkundendes Gemeingut: Das Basler Münster, eine Repräsentanz für kostenlose, einst aus religiösen Gründen errichtete Frei- und Dankesräume.

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