Man erwartet von Schriftstellern außergewöhnliche Grenzerfahrungen. Einst hatten sie Krieg zu kennen; dann Sex, schließlich auch andere Schriftsteller. Auch von Fotografen – man erinnere sich an Capra oder Cartier-Bresson - möchten wir einzigartige Bilder aus fremden Welten sehen. Nun gut, wenn es denn sein muß:

Ich kann gar nicht genug betonen, wie unheimlich diese Situation war, welche Risiken mit den Fotos verbunden waren, insbesondere, als ich mich dem Objekt noch weiter näherte, bzw. dieses auf mich zu kam:
Ich kann das nicht zur Nachahmung empfehlen. Derartige Objekte sieht man oft nur einmal – und danach kann man nicht mehr von ihnen berichten. Oder stand das Bild nur auf dem Kopf? Handelte es sich gar um einen gewöhnlichen, täglichen Sonnenuntergang?
Es sah doch so außerirdisch-eruptiv-gefährlich aus…Man spürte förmlich, wie der Betrachter von Hitze und Eruption zerstäubt wurde. Und nun das: Es war nur ein auf den Kopf gestellter Sonnenuntergang. Sagt uns das etwas über Grenzerfahrungen? Nicht nur weil ich solche gänzlich uninteressant finde, sage ich: Nein, es sagt uns nichts. Aber es wäre charmant, Grenzerfahrungen nur als auf dem Kopf stehende Bilder des normalen Lebens zu betrachten. Oder, einfacher formuliert: Jeder Eisprung ist aufregender und grenzwertiger als die Besteigung des K2.



interessante Gedanken!
20. Okt. 2009 | #