Der private Grundbesitz ist in den deutschsprachigen Ländern – wozu ich auch Südtirol und Luxembourg zähle – der einzige Wert, der beide Weltkriege und auch den Zusammenbruch der DDR überlebt hat. Wem es gelungen ist, über diese Zeiträume Grundbesitz in beliebiger Größe zu bewahren, hat mit diesem eine zumindest große steuerliche Freude, denn weder wurde der Wertzuwachs des Besitzes je besteuert, noch unterliegt er einer Vermögens- und nur in seltenen Fällen einer Erbschaftssteuer.

Wir, die wir auf jeden legal verdienten Euro gleich 70 Cent an Steuern und Sozialabgaben abführen müssen, kommen dabei natürlich leicht auf dumme Gedanken. Damit diese nicht in Taten münden, gibt es Hinweise, die unsere Überlegungen bereits im Vorfeld beerdigen.

Aus der Besichtigung könnte nämlich das Gefühl entstehen, das Steuerprivileg sei doch eigentlich überholt. Als ob wir das beurteilen könnten! Wissen wir denn, wie aufwendig es ist, ein Schloss, eine Villa, 32 Mietshäuser oder 4000 Hektar Wald zu unterhalten? Wissen wir, wie lange es dauert, bis Ackerland in Wiesenland, Wiesenland in Gewerbegrund, Gewerbegrund in Wohngrund umgewidmet ist? Was ein FNP und eine GFZ sind?
Nichts wissen wir. Und deshalb sollten wir uns an jenen Besitztümern erfreuen, die auch für uns bereitsgestellt sind und die wir sozusagen nur noch aufsammeln müssen:
Ein freundlicher Grundbesitzer hat uns dieses Geschenk gemacht, damit wir nicht nur Negatives über privaten Grundbesitz verbreiten. Bezahlt hat es die Europäische Union, der er vergessen hatte mitzuteilen, dass er noch Kartoffeln anbaute, obwohl doch schon die Flächenförderung lief. Was also tun, um die Prämie nicht zurückzahlen zu müssen? Richtig, die Kartoffeln auf dem Feld liegen lassen. Wir haben sie von unseren Steuergeldern ja eh schon bezahlt.

gut beobachtet und illustriert! danke!
16. Nov. 2009 | #
Silvio Gesell wollte in seinen Blog einmal eine Kommentarfunktion einbauen (z.B. von Haloscan), die den Kommentatoren ermöglicht, Rückantworten in ihrem Postkasten vorzufinden.
17. Nov. 2009 | #