Während gerade auf Spiegel-Online ein Hintergrundbericht von mir über mein Spezialgebiet, die deutsche Beteiligung an der sogenannten Weltfinanzkrise erscheint, beschäftige ich mich mit der allgemeinen Eselkrise, welche dazu geführt hat, dass in Deutschland niemand mehr seinen Esel spazieren führt – außer eben, wenn ich gerade vorbeikomme:
Sowohl der Esel, wie sein Besitzer möchten nicht Portrait stehen, so dass es bei dieser Momentaufnahme bleibt. Ich behaupte: Niemand hat je in Deutschland einen Mann mit einem Esel auf der Strasse spazieren gehen sehen. Seine Philosophie teilte mir der Eselsführer auch mit: Einfach nur Geduld haben. Nun, ich habe doch 50 Jahre auf diese Begegnung gewartet.
Auch diesem Wesen ist eine gewisse Unschärfe anzumerken. Es stammt, nach eigener, von mir anhand des Nummernschildes verifizierter Angabe, aus dem Märkischen Oderland und sammelt Walnüsse, die die Markgräfler in einem derartigen Überfluss haben – wie übrigens auch Brombeeren, Äpfel, Birnen, Zwetschgen und leider auch Wein – dass sie sie nicht mehr auflesen.
Wo aber widerfuhr mir beides?
Auf einem uralten Medium, das auch als Weg bekannt ist. Es gibt noch Wege, aber sie sind so selten, dass man nicht sagen mag wo. Nur dort trifft man noch auf die Eselgeher und Walnusssammler, weil sie dort geschützt sind vor Limousinen und Mountainbikes, vor Nordic Walking Ladies und verbiesterten Joggern.
Auch ein anderes Medium hat sich an diesem Morgen auf dem Weg eingefunden:
Die Brücke. Zu ihren Füssen fliehen Kaulquappen ins sichere Nass. Habicht und Bussard liessen sich durch das gräßliche Monster vertreiben. Der Feldhase bleibt gleich im sicheren Rain. Stolz nimmt der Eindringling die ganzen Medien, Brücke und Weg, in seinen Besitz:
Damit sollten alle Zweifel am Besitzer dieser Welt ausgeräumt sein, oder? Denn es gibt keinen Unterschied zwischen besitzen und besetzen.




