Wer bereits einmal in die Situation gekommen ist, an einer deutschen Tankstelle das Bedürfnis nach 0,5 Liter Mineralwasser zu verspüren, kennt auch deren Preis: Unter Euro 1,50.- geht in der Regel nichts. Es dürfen aber auch gerne einmal 2,95.- sein. Deutschland ist ein wohlhabendes Land mit 42 Millionen angemeldeten Automobilen. Wer ein Auto hat, so mag man vermuten, wird doch auch 2 Euro für einen halben Liter Mineralwasser haben, oder?
Dieses Foto entstand heute an der Tankstelle in Kleinhüningen, Basel, Schweiz. Dort kostet ein halber Liter Mineralwasser 60 Rappen, das sind 40 Cent – incl. Pfand, da es sinnvollerweise keinen Pfand gibt. Das Mineralwasser in Deutschland kostet also zwischen 300 und 500 Prozent mehr. Kluge Marktwirtschaftler, wie sie Deutschland ja regieren, werden wissen, warum: Es ist der Markt.

Mineralwasser nämlich ist ein so knappes und seltenes Gut, die Nachfrage danach gerade an Tankstellen so hoch, dass der Preis steigen muß. Wie der Goldpreis. Wie der Ölpreis. Auf der klugen Webseite Erfolg im Geschäft wird erklärt, wie Preisdifferenzierung erfolgt. Zitat:
Die Dringlichkeit eines Bedarfs übt einen deutlichen Einfluss auf den Preis aus:
- Wer in Eile ist oder ein Problem hat, sieht in erster Linie die Lösung und nicht den Preis (z.B. Getränkepreise in Tankstellen, Zuschläge für 24-Stunden-Lieferservice usw.)
Die Schweizer Tankstelle führt den Zusatz pronto, was schnell heißt. Sie scheint die Marktwirtschaft nicht verstanden zu haben. Offensichtlich lebt der Betreiber, der Schweizer Coop-Konzern, dessen Aktie sich in den letzten 12 Monaten zwischen desaströsen 61 und 72 CHF bewegte, in einer marktfernen Traumwelt. Ganz offensichtlich wird in der kommunistischen Schweiz der Mineralwasserpreis wie auch der Benzinpreis von der Regierung subventioniert, um das Volk ruhig zu halten. Wir haben ja an der DDR gesehen, wohin das führt. Zum Glück wird in Deutschland Tankstellen nicht von Politkommissaren der Mineralwasser- und Benzinpreis diktiert, sondern freie Händler entscheiden frei über den Preis.
Wenn es aber so ist, wie Regierung und Handelsblatt behaupten, fragt sich der Autor, warum bietet dann nicht einer auch Mineralwasser für 40 Cent an? Wäre doch eine Preisdifferenzierung. Nun, auf Autobahnen entscheidet die deutsche Regierung, wer die Tankstellen pachten darf. Und dieser beliebt es, dass dort Mineralwasser 2 Euro kostet. Weil sie daran mitverdient. Weil zumindest die Ölkonzerne ihre Freunde sind. Weil es Marktwirtschaft ist eben.
Und die werden die roten Schweizer nie verstehen. Die deutsche Marktpreisologie.




tja, diese leidigen Marktverzerrungen;
hätten Sie nicht Lust ein blog, ähnlich dem des Don, zu solchen Dingen für eine große Zeitung zu machen? Mit dem Kindergärtnern und der Band hätten Sie schon ein paar irritamenta, die für eine blog-Persona unerläßlich sind. Und ein größeres Publikum als mit den Spezialistenblogs, die wir ab nun bevorzugt lesen werden. Der Gegenkandidat zu Frau Ostrom war einmal unser Nachbar, wohnte in einer kleinen Vorarlberger-WG vis a vis von dem Pförtnerhäuschen (die Nachhahmung eines Kavalierstöckels) das ich damals mit einem Halbschweizer bewohnte. Es war nicht Dipsy, neinnein. Das Häuschen gehörte einer Industriellenfamilie, 19.Jh, Nahrungsmittel, Spinnereien, gibts alles nicht mehr. Nun, was die Nachbarschaft anbelangt, sind wir wirklich von Federn auf Stroh gekommen, wie Don Alphonso zu schreiben pflegt.
Allerdings: hätten Sie auch seine Geduld, all die vielen, mitunter ja recht blöden, Kommentare so charmant zu parieren, daß die kleinen Pfaue weiterhin bleiben, denn an der Anzahl der Kommentare bemißt sich ja u.a. der Erfolg des blogs
5. Nov. 2009 | #
Ah liebe Liesel,
das mit den Kommentaren ist ein Trugschluss. Es ist zwar für den Autor sehr schön, mit anderen online ins Gespräch zu kommen, und ausserdem klingelt dann immer der SMS Alarm, da fühlt man sich beliebt und so weiter.
Aber es gibt auch die vielen Leser da draussen, die uns sehr interessiert verfolgen. Um die zu sehen gibt es Sitemeter http://www.sitemeter.com/ da weiss man sogar die Orte, von denen aus der Blog geguckt wird. Ich hab mich im Lauf der Zeit schon gewundert, welche wunderbaren und interessanten Menschen mich eigentlich lesen.
Der Erfolg des Blog bemisst sich ausschliesslich daran, welche Entwicklung stattfindet, und ob man es gern macht.
5. Nov. 2009 | #
liebe Maurulam,
ich hatte ein bezahltes blog gemeint, Don Alphonso hat ein blog bei der FAZ http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/default.aspx
5. Nov. 2009 | #
Werte LeserInnen dieses Blogs! Ich kenne Reiner Meyer (Don Alphonso) schon aus der New Economy und er hat mich bereits 2002 auf meinem Internetkloster auf Salzburg’s Kapuzinerberg besucht, das es nun bereits 10 Jahre gibt: http://www.internetkloster.com.
Zuletzt war ich mit meinen Söhnen bei einer Lesung von ihm in München. Ich freue mich über seinen Erfolg, denn er hat lange kostenlos gebloggt, sein Roman “Liquide” lief nicht richtig gut. Er hat immer auch über die Blog-Szene selbst geschrieben, war also ein Blog-Blog-Journalist, was ihn in Bloggerkreisen sensationell vernetzt hat.
Ich mache hier aber einen Dornröschenblog ohne Bezug auf aktuelle Medienthemen wie Twitter, Facebook oder Google-Datenklau, sozusagen ein fast privates Journal. Ein solches ist weder für die wenigen Online-Anthroposophen – Anthroposophie ist zu 95% offline – , die hier Steiner vermissen, noch für netzaffine Andere spannend. Ich lebe nämlich in einer Welt, die es so nicht gibt, in der man sich also auch nicht wiederfinden kann. Wenn Sie möchten: Ich bin wie eine kleine katholische Gemeinde, die nicht missioniert. Ich werde mich künftig aber bemühen, Kommentare charmant zu replizieren.
Die FAZ hat mir 2007 angeboten, kostenlos zu bloggen, was ich abgelehnt habe. Ich möchte nur erwähnen, dass es ja weiterhin nicht erlaubt ist, politische Blogs zu machen, und bereits die Erwähnung der Themen, die streng verboten sind, schwerste Konsequenzen nach sich zieht. Die FAZ hat gegenwärtig ihren Blogbereich eingefroren und alle anderen Medien lassen möglichst nur Redakteure bloggen. Das wird auch so bleiben, da die Umsätze zunehmend von Print ins Web gehen und man mit der Doppelverwertung am Billigsten fährt.
Was ich nun gerne machen würde, wäre ein täglicher Blog Offline UND Online, wozu es aber bisher kein existierendes Medium gibt, denn der Platz soll aus den vorhandenen dpa-Abonnements und den Redaktionsbeiträgen gefüllt werden. Externe wie meine Wenigkeit können da allenfalls mal einen Essay oder eine “Seite drei” unterbringen, so wie kürzlich bei den “Salzburger Nachrichten”.
Mir macht es nichts aus, wenig besucht zu werden, denn ich erlebe das gerne, was ich hier berichte, und es ist eine Gnade, dass ich die Welt so erleben darf, anstatt nur den ganzen Tag zu Merkel und Google Stellung nehmen zu müssen.
Ich bedanke mich bei Ihnen, verehrte LeserInnen, dass Sie mit mir Geduld haben und mich besuchen. Auch das ist ein Geschenk!
6. Nov. 2009 | #
so richtig versteh ich Ihr Projekt “ein täglicher Blog Offline UND Online” nicht; aber Sie haben offenbar besondere Ideen. Das Internetkloster beeindruckt sehr (ich kenne das Franziskischlößl und war oft am Kapuzinerberg spazieren, die Treppe von der Steingasse aus kennen Sie sicher auch) und ich wüßte auch gern wo man mehr über Ihre Basler Forschungen (über Litauen lesen kann). Haben Sie Dank für die ausführliche Replik!
6. Nov. 2009 | #
Aha, im Internet kloster steht, dass Sie auch ein Buch geschrieben haben, “Die Erfolgsfalle”, sehr interessant. Also, dieses Unternehmen ist aber Ihr Privatprojekt, ich glaube das ist auch wichtig, das ist ja gerade das Vergnügen. Dass man weiterhin übt, ein authentischer Mensch zu sein! Die Idee des Journals kennen Sie evtl aus dem früheren Blog von JRP http://www.radio-anthroposophie.de/2004_03_07_archiv.htm. Das Jenseits ist nicht mehr im Jenseits, sondern im Diesseits.
Typisch am Blog ist ja, dass es kaum vorgibt, was wir daraus machen, das ergibt sich erst im Lauf der Zeit. Ich darf auch Job und privaten Blog nicht verquirlen, da ich aber im Privathaushalt arbeite, ist das manchmal gar nicht so einfach bei kontinuierlichen Veröffentlichungen. Deshalb Maurulam. Und: Fotos werden so aufgenommen, dass nur die Gegenstände, aber nicht die Umgebung zu sehen sind. Bei mir daheim bin ich weniger pingelig inzwischen, dass mittlerweile wohl halb Dornach weiss wer ich bin, ist OK. Ich habe gesehen, Sie haben mich verlinkt, da freue ich mich aber. Jetzt hätte ich bitte gern gewusst, ob das Onlinekloster ein Projekt von Ihnen ist, und ob ich es auch verlinken soll, oder lieber nicht?
Früher gab es in der Szene noch den AnthroposChat http://tinyurl.com/ls663p, aber inzwischen haben sich viele Anthros im facebook vernetzt. Da gibt es auch einen Chat. Fall Sie sich vernetzen wollen, schreiben Sie mir einfach nochmal, die frühere Email ist angekommen!!!
Ich fand es witzig, von Ihren Zugfahrten zu lesen, und auch die Gerichte, die Sie gekocht haben, und alles andere auch. Viele liebe Grüße an die Familie daheim, vor allem die fotografierten Mitglieder!
7. Nov. 2009 | #