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26. Aug. 2009

Eigentlich hatte ich vor, hier überwiegend schöne Reportagen mit Natur, Kindern und Bauern, Komponisten und Anthroposophen zu bringen, doch aus aktuellem Anlaß muß ich dies verschieben. Der Regisseur Christoph Schlingensief hat als Reaktion auf seine in den Medien vielfach erwähnte Krebserkrankung folgendes Projekt ins Leben gerufen:

Krank und Autonom

Ich habe in seinem Forum erwähnt, daß ich nach der Lektüre des autobiographischen Romanes Mars von Fritz Zorn als 19-jähriger mein Leben als Krebsvorsorgeprogramm betrachtete. Später verglich ich die Lebenseinstellungenvon Krebs- mit der von Multiple-Sklerose-Kranken und stellte überrascht fest, daß alle MS-Kranken, aber nur eine Krebskranke dem Satz zustimmten, “Ich glaube, daß es sinnloses Leid gibt.”  Schließlich habe ich die Frage aufgeworfen, warum – eben bei Krebs – nur die Krankheit auf einmal alles hinterfragt.
Ich endete mit dem Satz  “Krankheit spricht. Gesundheit bleibt stumm.”
Daraufhin antwortet Christoph Schlingensief Folgendes:

  • christoph schlingensief
    25. August 2009 um 23:39
  • Ich freue mich, dass hier immerwieder neue Themen Eingang finden. Ich würde gerne zu Herrn Dr. Dill (Nr.32) etwas sagen. Ich bleibe dabei, dass Krebs eben nicht einfach nur grundlos kommt. Dabei denke ich nicht mehr wie am Anfang, dass krebs infolge falscher ernährung oder lebensart entsteht, aber ich gehe noch immer davon aus, dass krebs aus einem gestörten Gleichgewicht von seele, körper, umwelt und der selbst geschaffener lebensumgebung, selbst geschaffenen lebensumständen entsteht. vielleicht auch nicht in jedem falle, aber wenn ich mir überlege, dass die 1000 krebszellen , die jeder! mensch jeden tag im körper “produziert”, plötzlich nicht mehr von diesem körper wegschafft oder besser vernichtet werden, dann frage ich mich, warum dr.dill irgendwas von merkwürdigen untersuchungen erzählt, die ganz eindeutig bewiesen haben sollen, dass krebs einfach so kommt und basta. ich denke, dass das system zur beseitigung dieser täglichen krebszellen genau aus dem grund versagt hat, weil es nicht mehr wußte, was zu tun ist. damit meine ich keine denkende instanz in mir, die durch übermässigen fernsehgenuß zum beispiel die orientierung verloren hat. das ist ja wohl klar. aber wäre es nicht denkbar, dass jeder krebskranke tief in sich einige dinge benennen kann, die ihm kraft abgezogen haben. ein lebenlang oder vielleicht auch nur ganz kurz und dafür aber so massiv, dass dieses immunsystem nicht mehr genau reagieren konnte? wenn jemand seine stangen zigaretten wegraucht, dann ist es nicht gerade unwahrscheinlich, wenn er dann damit kleinzellige teilungswut fördert.auch hier liegt eine massive schwächung vor. genauso bei alkohol. jeden tag alkohol auf die leber ist eben für fast alle von uns schädigend. alles nichts neues. aber was ist mit krebsformen, die beim ersten betrachten ohne jeden grund entstehen. jeder mensch hat im laufe der evolution stärkere oder auch mal schwächere nerven geeerbt. nicht jeder mensch kann streß ertragen. viele müssen sich über jahre verstellen, verbiegen und gute kräfte in sinnloses zeug ableiten. kräfte, die der organismus woanders gebrauchen könnte. dazu noch die langsame umgewöhnung an konservierungsmittel, lebensmittelimitationen, usw. also gebe ich hier keiner religionskirche (in meinem falle der katholischen) das recht, mir meine eigenerantwortung abzusprechen und zu behaupten dass gott da irgendetwas an mir bestrafe. Blödsinn ! gefährlicher mist, den ich anfangs selber aushalten mußte. Aber selbst jetzt, wo es mir wirklich ziemlich gut geht, stecke ich voller angst, dass wieder etwas kommt. auch ohne schuldzuweisung. jeden tag mindestens viermal. und wenn wirklich wieder etwas kommen würde, dann wäre zu fragen wieso denn jetzt schon wieder… weil ich jetzt weniger fleisch esse ? kaum noch alkohol trinke, glücklicher lebe als vor der zeit?… und trotzdem zwickt es mich links in der schulter, im rücken, an der narbe… und was nun? alles von vorne ? ich denke, dass es eine geistige offenheit geben muß, dass sich jeder von uns mal ohne bestrafung oder in anwesenheit anderer betrachtet und nachfragt, was sein hinters licht geführtes immunsystem so irritieren konnte. was uns bis jetzt gestört hat, wer uns gestört hat, was uns für lebensumstände zu einem verhalten gezwungen hat, dass wir davon keine kraft bekommen haben, sondern eher geschwächt wurden. und da kann mich auch ein gesunder dr.dill nicht von abbringen. wir haben gefälligst zu lernen, und da sehe ich diese krebszeit auch als eine möglichkeit an, vieles zu überdenken und neue wege zu probieren. die meiste kraft geht doch nur dann drauf, wenn wir etwas festhalten wollen, was definitiv nicht mehr zu halten ist. neue wege kosten auch kraft, aber die neue kraft, die dadurch entstehen kann oder gefunden werden kann, ist viel klarer und verträglicher. also selbst bei der kraft würde ich mittlerweile differenzieren. – naja… ich merke gerade, dass ich heute abend nicht klar schreiben kann wie ich möchte. vielleicht liegt das daran, dass ich wirklich gerade wieder kurz vor der röhre stehe und deshalb nicht so weich bin wie die letzten wochen. und trotzdem appelliere ich an alle, die sich hier treffen, doch mal genau reinzuhören in den eigenen organismus. vielleicht sind wir leider genetisch nicht so auf der höhe wie andere supergesunde, aber vielleicht haben wir uns auch zu oft selber angegriffen und somit die schwache seite in uns zusätzlich beschossen. oder wir wurden beschossen und haben es nicht gemerkt. interessiert mich überhaupt nicht , ob gesundheit schweigt… wenn ich diese massive werbung für weiße zähne, starke haare, supermodels, erfolgreiche anzugträger im TV ansehe, dann bin ich der meinung, dass da regelrecht geschrien wird ! gesundheit schreit ! krankheit wimmert vielleicht, aber krankheit ist manchmal auch zärtlicher und behutsamer. also lasst euch nicht zuquatschen. Wir haben teilweise mehr zeit als die, die diese gesundheit vor sich hertragen und behaupten, dass wir nichts mehr tun sollen, weil es eben so ist wie es ist… wie bitte ? Wo der krebs herkam weiß bis jetzt auch noch keiner. also können wir getrost mitforschen… bis bald. gute nacht !

    Natürlich habe ich ihm auch geantwortet, würde jedoch dem geneigten Leser empfehlen, die Debatte im Forum dort direkt zu verfolgen. Fortsetzung folgt, insbesondere, was Misteltherapie und Geistheilung von Krebs angeht.

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    1 Kommentar »

    1. Die grossen Gemeingüter Teil 1: Schwimme im Rhy | Anthroposophie-im-Alltag.de schreibt:

      [...] habe überlegt, ob ich den Beitrag von Christoph Schlingensief und die Diskussion über die Ursachen von Krebs noch länger hier stehen lassen soll. Da er noch [...]

      27. Aug. 2009 | #

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