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	<title>Anthroposophie-im-Alltag.de &#187; Leben im Alltag</title>
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	<description>Die Welt ist ein Geschenk.</description>
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		<title>Ossobucco holt mich zurück</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 23:36:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alexanderdill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben im Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich sollte der Beitrag über das GoetheGropiusanum mein letzter Beitrag hier sein. Doch dann spazierte ich von der Gerbergasse in Basel den Spalenberg hoch, auf der Suche nach Essbarem. Schwyzerisch-heimlige Ecken sind mir immer kulinarisch verdächtig. Ich vermute darin &#8211; meist zu Recht &#8211; traurige Kurden, Albaner und Ukrainer und müde Küche, so auch hier:

Doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich sollte der Beitrag über das <span style="text-decoration: line-through;">Goethe</span>Gropiusanum mein letzter Beitrag hier sein. Doch dann spazierte ich von der Gerbergasse in Basel den Spalenberg hoch, auf der Suche nach <em>Ess</em>barem. Schwyzerisch-heimlige Ecken sind mir immer kulinarisch verdächtig. Ich vermute darin &#8211; meist zu Recht &#8211; traurige Kurden, Albaner und Ukrainer und müde Küche, so auch hier:</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/12/01122009924.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-801" title="01122009924" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/12/01122009924-560x420.jpg" alt="01122009924" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Doch dann erweckt eine Kreidetafel meine <span style="text-decoration: line-through;">Neu</span>Begierde.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/12/01122009925.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-797" title="01122009925" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/12/01122009925-150x150.jpg" alt="01122009925" width="150" height="150" /></a></p>
<p><em>Ossobucco</em> Milanese mit Wein und Wasser inklusive. Für 15 Franken. Normalerweise würde ich als erfahrener Gast hier passen, in dem Glauben, meine doch sehr reiche Erfahrung würde mir sicher das Urteil erlauben, dieses Angebot könne so <span style="text-decoration: underline;">nicht und nie stimmen</span>. Entweder wäre das Ossobucco, jener paradiesische <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ossobuco">Kalbshals</a> am Knochen, in dessen Höhle das Knochenmark, jene feinste Delikatesse sich verbirgt, wäre dieser Ossobucco fad, zerkocht oder sehnig, oder der Wein wäre aus Baden. Oder gar beides.</p>
<p> </p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/12/01122009920.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-798" title="01122009920" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/12/01122009920-560x420.jpg" alt="01122009920" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Wie so oft in diesem Leben, kam alles völlig anders. Innert 3! Minuten nach der Bestellung erhielt ich die oben abgebildete Delikatesse. Der Ossobucco war mit reichlich frischem Salbei und Thymian versehen. Er zerging fast auf der Zunge und der Knochen enthielt noch das Mark. Zur saftigen Tomatensauce wurde knuspriges Weißbrot gereicht. Der galizische Weißwein war in klassischer Sauvignon-Art erdig, trocken und trotzdem vollmundig und nicht säurebetont:</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/12/01122009922.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-799" title="01122009922" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/12/01122009922-420x560.jpg" alt="01122009922" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Da beschloss ich, noch einen Beitrag zu machen. Schließlich hieß dieser Blog <em>Die Welt als Geschenk</em>. Nachdem ich auch 0,4 Liter gutes Mineralwasser getrunken hatte, erbat ich die Rechnung, die ich hier in voller Größe präsentieren möchte. Als Mahnung, als Weckruf, als Skandalon:</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/12/01122009923.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-800" title="01122009923" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/12/01122009923-420x560.jpg" alt="01122009923" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Ich gab 20 Franken, um mich etwas besser zu fühlen. Aber eigentlich hätte ich 45 geben müssen. So viel nämlich war es wert, was mich an einen Bericht erinnerte, den ich kürzlich auf <a href="http://www.philosophieundwirtschaft.de/blog/2009/11/16/dumpingpreise-vom-deutschen-staat-geschutzt/">Philosophie und Wirtschaft </a>veröffentlichte, wo ich ebenfalls viel zu günstig viel zu gut ass. Der Kenner, so heißt es, <em>schweigt </em>und genießt. Ich bin dann lieber doch kein Kenner.</p>
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		<title>Versuchen, niemanden zu verletzen. Ein blühender Abschied.</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 12:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alexanderdill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben im Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenig verletzt mehr als Worte. Und wer kann also mehr verletzen, als ein scharfzüngiger Schriftsteller? Über Architektur hat sich der Prince of Wales öfters geäußert, nicht unbedingt nur britisch. Er hatte dabei meine ungeteilte Sympathie. Im schweizerischen Dornach steht ein Gebäude, das den Namen von Deutschlands bekanntester Geistesgröße trägt. Nachdem der Architekt zuletzt zahlreicher, unguter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenig verletzt mehr als Worte. Und wer kann also mehr verletzen, als ein scharfzüngiger Schriftsteller? Über Architektur hat sich der <a href="http://www.princeofwales.gov.uk/faqs/does_the_prince_dislike_all_modern_architecture__1650825424.html">Prince of Wales</a> öfters geäußert, nicht unbedingt nur britisch. Er hatte dabei meine ungeteilte Sympathie. Im schweizerischen Dornach steht ein Gebäude, das den Namen von Deutschlands bekanntester Geistesgröße trägt. Nachdem der Architekt zuletzt zahlreicher, unguter und politisch inkorrekter Auffassungen bezichtigt, nach Auffassung einiger Kritiker überführt wurde, wohin auch nur zu verlinken dem Autor widerstrebt, erinnert sich der chronische Kritiker an seine antiautoritäre Erziehung und an das Prinzip von <em>Flowerpower.</em> Die Bildsprache der Blüten ist am höchsten in Japan und China entwickelt. Die Kirschblüte ist das Basismotiv einer bei uns wenig verbreiteten, harmoniesüchtigen Zeichenweise, die sich durch ihre Farbenpracht und Grösse von den Rosenbildern einheimischer Gartenliebhaberinnen absetzt. Als Rollbilder, von denen ich in Peking einige erworben habe, sind sie oft 2 mal 1 Meter groß.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Kirschblüte.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-791" title="Kirschblüte" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Kirschblüte-560x420.jpg" alt="Kirschblüte" width="560" height="420" /></a><br />
Die chinesische Gesellschaft kennt kaum ein <em>Nein</em>. Kunst in einer Gesellschaft <em>ohne Nein</em> muss anders sein, als in einer Gesellschaft mit der Pflicht zur Kritik. Lassen sich die asiatische Höflichkeit und ihr Harmonieprinzip auf die konfliktträchtigen Diskurslinien der europäischen Geistesgeschichte anwenden? Ja, wenn sich am 19. November 2009 eine historische Chance ergibt:</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/19112009851.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-788" title="19112009851" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/19112009851-420x560.jpg" alt="19112009851" width="420" height="560" /></a></p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/19112009850.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-787" title="19112009850" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/19112009850-560x420.jpg" alt="19112009850" width="560" height="420" /></a></p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/19112009854.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-786" title="19112009854" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/19112009854-560x420.jpg" alt="19112009854" width="560" height="420" /></a></p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/19112009853.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-785" title="19112009853" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/19112009853-420x560.jpg" alt="19112009853" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Eine Blüte, die am 19. November blüht, riskiert, am nächsten Tag zu erfrieren. Wer wird ihre mutige Tat beachten und verewigen, die doch ganz am Rande, am Hintereingang hinter dem Parkplatz stattfindet, während auf der repräsentativen Vorderseite selbst einfachste Bepflanzung unerwünscht ist?</p>
<p>Und so blühst Du<br />
wenn und wo nichts blüht<br />
wo dürres Geäst, Gebein und Grabesstein<br />
der Knospen Kraft zerbrechen<br />
doch holen Blüten, Wurzeln, Stämme<br />
bei Mayas und in Angkor Wat<br />
dereinst mit Flowerpower<br />
die Grüft&#8217; ins Leben uns zurück<br />
ziehn&#8217; Moose über Mauern</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Semiotische Tradition in der Nordwestschweiz</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 05:59:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alexanderdill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben im Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Einst wurde ein Professor aus Bologna dadurch bekannt, dass er Zeichen interpretierte. Die Semiotik blieb bis heute eine Eingeweihtenreligion, die aber in den Kommunikationswissenschaften noch immer Pflichtlektüre ist. Bis heute inspiriert sie Studenten und Werber zur Platzierung von ihrer Ansicht nach sinnigen Slogans in kontrastreichem Environment:

Mit der Aufforderung &#8220;Denk Mal!&#8221; wird eine Zielgruppe angesprochen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einst wurde ein Professor aus Bologna dadurch bekannt, dass er Zeichen interpretierte. Die Semiotik blieb bis heute eine Eingeweihtenreligion, die aber in den Kommunikationswissenschaften noch immer Pflichtlektüre ist. Bis heute inspiriert sie Studenten und Werber zur Platzierung von ihrer Ansicht nach sinnigen Slogans in kontrastreichem Environment:</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/11112009832.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-776" title="11112009832" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/11112009832-420x560.jpg" alt="11112009832" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Mit der Aufforderung &#8220;Denk Mal!&#8221; wird eine Zielgruppe angesprochen, die es so nie gab und auch nie geben kann: Jene, die sich selbst für unaufgeklärt und denkbedürftig halten. Der alte Brunnen auf dem Basler Leonhardsberg hat sicher schon Tausende Freigeister gesehen, die &#8211; wie ich &#8211; aus den totalitären Nachbarstaaten in die Eidgenossenschaft exiliert sind. Diese dürfen nun lesen EDUCATION IS NOT FOR SALE. <em>Nicht?</em> Wovon sollen wir intellektuellen Exilanten dann in der Schweiz leben? Immerhin zeugt die Graffity unterhalb des Leonhardsberges von umfassender und gutverkaufter Bildung:</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/11112009835.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-775" title="11112009835" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/11112009835-420x560.jpg" alt="11112009835" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Viele Menschen sehen &#8211; eben wegen den semiotischen Verzögerungen in Zeichenverstehensprozessen &#8211; in Basel noch aus, als lebten sie in den 70er Jahren. Vermutlich wissen sie nicht, was es heißt, ein solches Foto spontan machen zu dürfen: Der Herr wirkt, als stünde er auf der Abbey Road. <em>The Dark Side of The Moon</em> (siehe das Bild hinter dem Kopf des Spaziergängers) von Pink Floyd erschien 1973. Ein Album, das noch heute bei Amazon auf Platz 1.345 steht.<br />
Beide Aktionen, der Brunnenspruch und die Graffity, sind durch den Glauben verbunden, trotz Fernsehen und Internet könnten Botschaften im Außenbereich noch wirken. Ich habe einst ein <em>Wage zu denken</em> am 3. Oktober 1990 über die Leipziger Strasse in Berlin gehängt, was 15.000 Mark kostete. Der FAZ-Spaziergänger schrieb dann in seinem Bericht zur kulturellen Einheitsbetrachtung, beide Deutschlands benötigten keine Mahnungen von Philosophenkönigen.<br />
Deshalb kann ich heute entspannt auf die Aktionskunst im Außenraum blicken und mich freuen, dass trotz der Aufforderung, Bildung nur zu verschenken, diese noch ein attraktives Handelsgut ist, wenn auch nicht mehr so wertvoll wie 1973.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/11112009833.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-777" title="11112009833" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/11112009833-560x420.jpg" alt="11112009833" width="560" height="420" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Gospel Gesang und Werbeck-Rausch</title>
		<link>http://www.anthroposophie-im-alltag.de/leben-im-alltag/2009/gospel-gesang-und-werbeck-rausch/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 09:08:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alexanderdill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben im Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Beitrag von Johanna Sophia aus den USA
Wir haben das grosse Glück, zu einem Gospelfestival eingeladen zu sein. Wir lieben live Gospelmusik, mögen aber die stundenlangen Predigen weniger, die bei einem Gospelkirchenbesuch dazugehören. Beim Festival gibt’s die Musik ohne die Kirche.
Um 6 Uhr morgens stehen wir auf. Wir wollen ein anständiges Frühstuck einnehmen vor diesem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von Johanna Sophia aus den USA</p>
<p>Wir haben das grosse Glück, zu einem Gospelfestival eingeladen zu sein. Wir lieben live Gospelmusik, mögen aber die stundenlangen Predigen weniger, die bei einem Gospelkirchenbesuch dazugehören. Beim Festival gibt’s die Musik ohne die Kirche.</p>
<p>Um 6 Uhr morgens stehen wir auf. Wir wollen ein anständiges Frühstuck einnehmen vor diesem langen Tag voller Gesang. Dann fahren wir 40 Minuten lang im Morgengrauen von New Berlin nach Oneonta, New York, zum Hartwick College. Es ist Samstag.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0106.JPG"><img class="aligncenter size-large wp-image-762" title="FILE0106" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0106-560x420.jpg" alt="FILE0106" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Ich hatte für das Privathaus des Musikdirektors, Prof. Jirka Kratochvil (Hartwick College) ein Solarsystem entworfen. Während wir die Solarthermietechnik besprachen, kamen wir auf Gesangstechniken zu sprechen. Jirka ist Professor für Chormusik und auch ich habe mal auf der Bühne gesungen. Ich erzählte ihm von der Werbeckmethode, die meinem Patenonkel Jürgen Schriefer von der schwedischen Operndiva Werbeck-Sverdstróm übergeben wurde – die Gesangstechnik, die sie mit Dr. Rudolf Steiner zusammen ausgearbeitet hatte. Eine heilende Gesangsschule. Ich war eine der ersten von ‘Onkel Jürgens’ Gesangsschülerinnen und erlebte die Übungen wie tiefe, ekstatische Meditationen, die zu irre schönen Tönen und zu einem seligen Rauschgefühl führten. Besser als Marihuana, dachte ich damals. Ich wurde allerdings keine Jüngerin der Schule der Klangenthüllung und auch keine ‘Waldorfsängerin’. Aber ich benutzte die Übungen und den Ansatz auf Bühnen und vor Filmkameras, wo immer ich auftrat und auch mit meinen Schauspielschülern wo immer ich lehrte.</p>
<p>Jetzt bat Jirka mich, ein Werbeck-Workshop für seine Studenten anzubieten. <em>Habe ich einen Prospekt?</em> fragte er. Aber ich habe keinen und weiss auch nicht, wann ich Zeit haben werde, eine Beschreibung auszuarbeiten. Die Solaranlagen und Solarverkäufe im Sophia&#8217;s Center gehen vor, denn damit verdiene ich derzeit unseren Lebensunterhalt. Aber singen würde ich allzugerne mal wieder, gestand ich.</p>
<p>“Dann komm doch zu meinem Gospelfest,” meinte Jirka. <em>Dein</em> Gospelfest?, dachte ich ungläubig. Vor mir sass schliesslich ein weisser Tscheche, der vor 12 Jahren nach Amerika ausgewandert war. Was wusste er von Gospelgesang? Ich versuchte ihn mir mit ausgestreckten Armen, hingebungsvoll  beim “Halleluja!”-jauchzen vorzestellen&#8230; aber dafür war er eigentlich zu steif. Er hatte meine Gedanken schon geraten. “Ich habe einen grossartigen amerikanischen Musikprofessor, der das Singen leitet” erklärte er. “Den musst Du erleben.” “Können meine Kinder mitsingen?” wollte ich wissen. “Ja, natürlich, wir haben auch 5 oder 6 High School-Chöre dabei,” war die Antwort. “Wunderbar!”</p>
<p>Also lebten meine Kinder, unser Austauschschüler David und ich auf dieses Ereignis zu, übten sogar täglich Tonleitern mit David und sangen tagelang deutlich mehr als sonst.</p>
<p>Im Gegensatz zu anderen Festivals, in denen verschiedene Gruppen ihre Arbeiten darbieten, sollte dies ein Fest sein, an dem verschiedene Gruppen aus weiten Teilen des Landes einen ganzen Tag lang zusammen sangen und am Abend das erlernte aufführten. Ein aufregendes Konzept, dachte ich. Ganz in meinem Sinne von lebendiger Kunst.</p>
<p>Als wir am College ankommen, erhellt sich der Himmel, aber wir gehen in eine fensterlose Halle. Um 8 Uhr dreissig sollen alle eingeschrieben sein und ihr Namensschild tragen. 16 Kirchenchöre, Seniorenchöre, Universitätschöre und viele individuelle Sänger und Gesangsstudenten versammeln sich in der Sporthalle von Hartwick College. Die Halle ist typisch amerikanisch so richtig un-schön. Es wird ein langer Tag auf harten Plastikbänken. Aber niemand beklagt sich. Hier dabeisein zu dürfen ist ein Privileg. Viele sind gestern abend oder über Nacht mit gecharterten Bussen angereist.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/GEDC0082.JPG"><img class="aligncenter size-large wp-image-763" title="GEDC0082" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/GEDC0082-560x420.jpg" alt="GEDC0082" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Um 8 Uhr 45 hält Jirka eine kurze Ansprache. “400 Sänger und Sängerinnen seid ihr, und mit mir sind wir 401,” zählt er auf. “Letztes Jahr 150, dieses Jahr 401, nächstes Jahr 800?” Jirka ist sichtlich aufgeregt. Wir bekommen unsere Notenhefter. Aber da sind gar keine Noten drin sondern nur Texte!</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0165.JPG"><img class="aligncenter size-large wp-image-764" title="FILE0165" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0165-560x420.jpg" alt="FILE0165" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Wir werden 6 vierstimmige Lieder nach Gehör einstudieren und diese am Abend aufführen, erklärt Jirka. HA! So haben wir das Liederlernen am Waldorflehrerinstitut Witten-Annen auch gemacht. Aber nicht gleich sechs auf einmal und nicht mit 400 Menschen.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0162.JPG"><img class="alignleft size-medium wp-image-766" title="FILE0162" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0162-300x225.jpg" alt="FILE0162" width="265" height="199" /></a></p>
<p>Tochter Soraya und ich sitzen im Sopran;  Sohn Takura und David holen noch Wasserflaschen und gesellen sich etwas verspätet zu den Bässen. Sie sind jung, aber haben kraftvolle Stimmen.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0173.JPG"><img class="alignleft size-medium wp-image-767" title="FILE0173" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0173-300x225.jpg" alt="FILE0173" width="248" height="186" /></a></p>
<p>Dann kommt ein kleiner Mann, den ich vorhin zufällig im Vorübergehen fotografierte, weil er so locker aber autoritativ mit Studenten plauderte, und stellt sich ans Klavier.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0170.JPG"><img class="alignleft size-medium wp-image-768" title="FILE0170" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0170-225x300.jpg" alt="FILE0170" width="191" height="255" /></a></p>
<p>“Please welcome the great, the ingenius, Prof. Dr. Raymond Wise!” sind Jirka’s letzte Worte an uns, den Chor. Wir applaudieren und erheben uns, ihn zu begrüssen.</p>
<p>Statt uns seine ganze Karriere zu erzählen, singt er uns erst einmal etwas vor. Wir staunen nur noch. Er singt vom tiefen Bass bis in die Königin-der-Nacht Register im hohen Sopran. Unglaublich. Und alles mit Leichtigkeit und Geschmeidigkeit, ohne je zu drücken.</p>
<p>Dann erklärt er, wie man das macht. “Nnnnn” durch die Nase singen,“ beginnt er, „die Nasenlöcher blähen, die Resonanzräume der Kiefern öffnen, den Rachenraum nach hinten öffnen, das Kinn lockern, hin und her wackeln, den Klang im “OOOO” um die Innenräume und rund um den Kopf herum klingen lassen. Er demonstriert, wir machen nach, seine Augen werden gross, wie bei einer Kuh, die gerade ein Kalb gebährt (das habe ich einmal miterlebt), in völliger Hingabe an den sich gebährenden Ton. Das kommt mir alles ganz und gar bekannt vor, das ist auch die Werbeckschule der Klangenthüllung! Ich benutze alles, was ich bei Jürgen gelernt habe und erkenne, dass Raymond Wise denselben Ansatz gefunden hat. Dann kommt noch die Kraft des Irdischen dazu: “Der Ton kann seine volle Grösse and Leuchtkraft entfalten, wenn wir ihn tief im Becken, mit den unteren Bauchmuskeln tragen,” sagt Dr. Wise und demonstriert auch das, indem er einen Sänger bittet, ihn mehrmals mit der Faust in den Bauch zu schlagen, während er seinen grossen “OOO”-Ton singt. Der Ton wackelt nicht einmal und verliert nicht an Kraft. “Das funktioniert auch für die ganz hohen Töne, erklärt er weiter. Je höher wir kommen, desto mehr müssen wir den Bauchraum nach unten öffnen, schieben and halten, die Muskulatur dort anspannen, während der Kopf ganz locker bleibt. Dann kommt man womöglich eine halbe Oktave höher, als sonst,” schliesst er und lacht. “Ich weiss, das ist viel auf einmal, aber versucht es.”</p>
<p>Dann lernen wir das erste Lied. Wir lernen in musikalischen Abschnitten, gleich mit Phrasierung und Dynamik und Worten. Gleich mit Hingabe. Während die anderen ihre Stimmen lernen, dürfen wir unsere eigene leise mitsummen. Es ist ein einfaches Lied und das geht unheimlich schnell. Das ganze Lied ist innerhalb von zehn Minuten von allen ergriffen und wir singen es gemainsam. Das nächste ist schon komplizierter und dreimal so lang. Es wird nicht nur einfach gesungen, sondern es gehören auch Bewegungen dazu. Das dritte und vierte folgen. „Der macht viel zu schnell!“ flüstern wir uns zu.</p>
<p>In der kurzen Mittagspause gehen wir statt zur Mensa zum grünen Laden in der Nähe und jeder darf sich ein Bio-Sandwich aussuchen. Dann geht die Arbeit gleich weiter. Eine halbe Stunde vor dem Konzert ist Pause. Raymond fordert uns auf, kaum zu sprechen, frische Luft zu schnappen und die Muskulatur zu lockern. Wir trinken Wasser, atmen und entspannen. Der ganze Körper scheint zu vibrieren. Das ist wieder dieser Rausch, denke ich. Die Sänger lächeln alle geheimnisvoll. Wir sind wie in Trance.</p>
<p>Die Halle wird rappelvoll. Auf der einen Seite rappelvoll mit uns Sängern und auf der anderen und im Mittelfeld mit Zuhörern. Kinder, Eltern, Grosseltern und Studenten, alle sind sie da. Keiner von uns Sängern glaubt, dass wir die Lieder alle erinnern können. Gottseidank wird die zweite Hälfte des Konzerts von einem professionellen Gospelchor bestritten, denken wir.</p>
<p>Aber das Wunder geschieht: Sobald die ersten Akkorde eines Liedes angeschlagen werden, ist alles wieder im Gedächtnis. Und wo man trotzdem unsicher zu sein glaubt, trägt einen der Gruppengeist mit. Ich konzentriere mich wie noch nie in meinem Leben auf die Töne, die sich in mir gestalten. Sie sind zart und weich und glockenhaft, aber dann lasse ich sie wachsen und sie werden gross und laut und werden tief unten im Bauch von den Beckenknochen gehalten&#8230; es kribbelt alles! Die Klänge werden noch viel besser, als heute morgen, weil sich die Intensität und die eigenen Gestaltungskräfte während der ‘Darbietung’ vor anderen vervielfachen. Noch nie in meinem Leben habe ich so laut und doch so leicht gesungen. Ich bin ganz Ton und ganz Hingabe an die Grösse des Klangs in mir und um mich herum. Rechts neben mir singt eine blinde Dame, die sich bei mir eingehakt hat, damit sie die Schritte und Bewegungen nicht verpasst, wenn sie von Raymond per Handzeichen spontan wiederholt oder geändert werden. Meine blinde Nachbarin hat alle Texte schon nach einmal hören gelernt, denn sie hat keinen Brailtext. Links neben mir singt meine Tochter mit ihrer klaren, schönen Stimme.</p>
<p>Nach dem langen Applaus, der zu einem Lied mit Beteiligung aller Anwesenden inklusive des gesammten Publikums führt, ist das Gospelfest tatsächlich abgeschlossen. Man sieht viele Freudentränen oder Tränen der tiefen Gefühlsrührung und ein unglaubliches Strahlen auf den Gesichtern.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/GEDC0087.JPG"><img class="aligncenter size-large wp-image-769" title="GEDC0087" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/GEDC0087-560x420.jpg" alt="GEDC0087" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Während unsere Jungs schon glücklich und hungrig zum Chinesen eilen, lässt sich Soraya noch mit dem Maestro fotografieren. Wir sind uns alle einig: Dr. Raymond Wise ist ein grosser Meister. Er freut sich darauf, bald wieder mit uns singen zu können, sagt er ihr.</p>
<p>Es war ein unglaublich intensiver Tag. Die Eindrücke und die Lieder werden uns ein Leben lang begleiten. Gesang ist ein Geschenk. Und wenn wir uns die Klänge nach Werbeck-Gospel-Methode erobern – oder besser gesagt, sie in uns und durch uns hindurch erklingen lassen, dann haben wir nicht nur Spass, sondern heilen auch beim Singen Körper und Seele. Tolle Sache.</p>
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		<title>Die Zeitchancen der Sonnenuhr</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 19:52:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alexanderdill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben im Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Reichenhall]]></category>
		<category><![CDATA[solarchron]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenuhr]]></category>
		<category><![CDATA[Tagwerk]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonnenuhren sind eine seltene Erscheinung geworden. Das hat keine ästhetisch-kulturellen Gründe, denn Sonnenuhren liegen meist ausgesprochen schön. So wie diese am Tor der alten Burg von Bad Reichenhall:

 Dieses Bild vermittelt einen Hauch edelbäurischen Südtirols, obwohl Bad Reichenhall kaum Bauern und Bürger zu seinen Einwohnern zählte und zählt, sondern bis heute nur Beamte und Leibeigene. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/27092009513.jpg"></a>Sonnenuhren sind eine seltene Erscheinung geworden. Das hat keine ästhetisch-kulturellen Gründe, denn Sonnenuhren liegen meist ausgesprochen schön. So wie diese am Tor der alten Burg von Bad Reichenhall:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/27092009511.jpg"><img class="size-large wp-image-751 aligncenter" title="27092009511" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/27092009511-560x420.jpg" alt="27092009511" width="560" height="420" /></a></p>
<p> Dieses Bild vermittelt einen Hauch edelbäurischen Südtirols, obwohl Bad Reichenhall kaum Bauern und Bürger zu seinen Einwohnern zählte und zählt, sondern bis heute nur Beamte und Leibeigene. Die Sonnenuhr wurde von mir um 10 Uhr 15 fotografiert:</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/27092009512.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-752" title="27092009512" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/27092009512-560x420.jpg" alt="27092009512" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Mit Bedauern stellte ich fest, dass sie falsch ging. Es ist auf ihr Viertel nach Neun. Sonnenuhren waren nie darauf vorbereitet, Winter- und Sommerzeit anzuzeigen. Auch Schaltjahre lagen ihnen nicht. Sie zeigten die Zeit für eine Bevölkerung, die noch einem Tagesablauf folgte.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/27092009513.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-753" title="27092009513" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/27092009513-420x560.jpg" alt="27092009513" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Dieser endete sinnvollerweise um 19 Uhr. Und ebenso sinnig begann er nicht wie der Berufsalltag in Münchner und Kölner Suburbs um 5.30 Uhr im Finstern. Durch die Befolgung der Zeitchancen, die eine Sonnenuhr eröffnet, gewinnt man Lebenszeit. Vor Neun zeigt die Uhr gar nix an. Zeit für Kuscheln, Kinder und Frühstück, Zeitungslesen und Morgenspaziergang. Dann geht es im <em>Tagwerk</em> endlos langsam auf die Mittagszeit zu, in der man üppig speist: Brot mit Wurst und Käse, Pasta, Safranrisotto, Braten, gegrillten Fisch, dazu kräftig Bier und Wein. Dazu passend beschleunigt die Sonnenuhr ihre Intervalle, um dann bei der Wiederaufnahme der Arbeit nach dem Ende der vierstündigen Siesta, also zwischen 16 und 19 Uhr, wieder langsamer zu werden. So kann nämlich mehr Arbeit erledigt werden. Manche südeuropäischen Völker leben noch im Rhythmus der Sonnenuhr, <em>solarchron</em>, obwohl es diese auch dort nicht mehr gibt. Unsereins wünschte, nach der Sonnenuhr leben zu dürfen und weiß natürlich, dass das nur dadurch möglich würde, dass andere dies nicht dürfen, die zu niedrigeren Löhnen und ungünstigeren Zeiten für mich, den Nach-der-Sonnenuhr-Lebenden arbeiten. Mit diesem Ärger möchte ich dann doch nicht leben und stehe mit den anderen Pendlern auf, meine Fron für die Erben und Pensionäre zu erbringen, die von Mozart und Orff, von Yoga und Bhutan, von Anthroposophie, Cornwall und Cézanne schwärmen, vom wertvollen Kulturgut der Menschheit, während wir nicht einmal die Muße haben, auch nur das Feuilleton der NZZ täglich zu lesen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Privater Grundbesitz ist ewig</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 15:50:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alexanderdill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben im Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Privater Grundbesitz]]></category>

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		<description><![CDATA[Der private Grundbesitz ist in den deutschsprachigen Ländern &#8211; wozu ich auch Südtirol und Luxembourg zähle &#8211; der einzige Wert, der beide Weltkriege und auch den Zusammenbruch der DDR überlebt hat. Wem es gelungen ist, über diese Zeiträume Grundbesitz in beliebiger Größe zu bewahren, hat mit diesem eine zumindest große steuerliche Freude, denn weder wurde der Wertzuwachs [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Der private Grundbesitz ist in den deutschsprachigen Ländern &#8211; wozu ich auch Südtirol und Luxembourg zähle &#8211; der einzige Wert, der beide Weltkriege und auch den Zusammenbruch der DDR überlebt hat. Wem es gelungen ist, über diese Zeiträume Grundbesitz in beliebiger Größe zu bewahren, hat mit diesem eine zumindest große steuerliche Freude, denn weder wurde der Wertzuwachs des Besitzes je besteuert, noch unterliegt er einer Vermögens- und nur in seltenen Fällen einer Erbschaftssteuer.<br />
<a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/30082009235.jpg"><img class="size-large wp-image-747 aligncenter" title="30082009235" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/30082009235-560x420.jpg" alt="30082009235" width="560" height="420" /></a></p>
<p style="text-align: center;"> Wir, die wir auf jeden legal verdienten Euro gleich 70 Cent an Steuern und Sozialabgaben abführen müssen, kommen dabei natürlich leicht auf dumme Gedanken. Damit diese nicht in Taten münden, gibt es Hinweise, die unsere Überlegungen bereits im Vorfeld beerdigen.<br />
<a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/300820092361.jpg"><img class="size-large wp-image-745 aligncenter" title="30082009236" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/300820092361-560x420.jpg" alt="30082009236" width="560" height="420" /></a></p>
<p> Aus der Besichtigung könnte nämlich das Gefühl entstehen, das Steuerprivileg sei doch eigentlich überholt. Als ob wir das beurteilen könnten! Wissen wir denn, wie aufwendig es ist, ein Schloss, eine Villa, 32 Mietshäuser oder 4000 Hektar Wald zu unterhalten? Wissen wir, wie lange es dauert, bis Ackerland in Wiesenland, Wiesenland in Gewerbegrund, Gewerbegrund in Wohngrund umgewidmet ist? Was ein FNP und eine GFZ sind?<br />
Nichts wissen wir. Und deshalb sollten wir uns an jenen Besitztümern erfreuen, die auch für uns bereitsgestellt sind und die wir sozusagen nur noch aufsammeln müssen:</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/23082009150.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-746" title="23082009150" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/23082009150-420x560.jpg" alt="23082009150" width="420" height="560" /></a></p>
<p> </p>
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<p>Ein freundlicher Grundbesitzer hat uns dieses Geschenk gemacht, damit wir nicht nur Negatives über privaten Grundbesitz verbreiten. Bezahlt hat es die Europäische Union, der er vergessen hatte mitzuteilen, dass er noch Kartoffeln anbaute, obwohl doch schon die Flächenförderung lief. Was also tun, um die Prämie nicht zurückzahlen zu müssen? Richtig, die Kartoffeln auf dem Feld liegen lassen. Wir haben sie von unseren Steuergeldern ja eh schon bezahlt.</p>
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		<title>Rohe Natur, Norm oder Form</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 10:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alexanderdill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben im Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Beitrag von Johanna Sophia aus den USA
David ist aus Deutschland zu uns nach New York gereist, um einen Schritt weiterzukommen. Die Gesellschaft, oder unser Normensystem, stuft ihn als nicht ganz der Norm entsprechend ein. Er kann nur schwer mathematische Logik nachvollziehen, oder zu schnellen Schlussfolgerungen kommen. Aber er möchte sehr gerne dazugehören. Er möchte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von Johanna Sophia aus den USA</p>
<p>David ist aus Deutschland zu uns nach New York gereist, um einen Schritt weiterzukommen. Die Gesellschaft, oder unser Normensystem, stuft ihn als nicht ganz der Norm entsprechend ein. Er kann nur schwer mathematische Logik nachvollziehen, oder zu schnellen Schlussfolgerungen kommen. Aber er möchte sehr gerne dazugehören. Er möchte gerne die Angst vor dem Urteil der anderen überwinden. Er möchte gerne aufhören, sich selber zu züchtigen, wenn’s nicht gleich klappt. Heute haben wir beschlossen, ein paar Rohkosttage einzurichten. David will selber einige Mahlzeiten zubereiten. Wir wollen die letzten Pickel verlieren und den Designer-Jeans-Zwang überwinden. Vielleicht sogar das Haargel&#8230; oder dessen Notwendigkeit.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0128.JPG"><img class="alignleft size-large wp-image-735" title="FILE0128" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0128-560x420.jpg" alt="FILE0128" width="469" height="351" /></a></p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0040.JPG"><img class="aligncenter size-medium wp-image-719" title="FILE0040" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0040-225x300.jpg" alt="FILE0040" width="225" height="300" /></a></p>
<p>Wir wollen auch viel rausgehen.</p>
<p>Die Turnschuhe müssen an, es wird jetzt gerannt und gelaufen und dann der Baum erklettert.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0042.JPG"><img class="aligncenter size-medium wp-image-720" title="FILE0042" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0042-225x300.jpg" alt="FILE0042" width="354" height="472" /></a></p>
<p>Jeder soll ein paar mal das „Tarzanseil“ rauf und runter klettern. Schwingen kann man auch ganz toll daran. Meine Kinder Soraya und Takura zeigen David, wie’s geht, während ich ins Haus renne, um die Kamera zu zücken.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE00433.JPG"><img class="alignleft size-large wp-image-738" title="FILE0043" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE00433-420x560.jpg" alt="FILE0043" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Aber David mag nicht am Seil hängen. Er will seinen eigenen Weg hinauf finden. Er hangelt und rangelt. Und er schafft’s!</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0047.JPG"><img class="aligncenter size-large wp-image-726" title="FILE0047" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0047-420x560.jpg" alt="FILE0047" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Das Ziel ist erreicht; jedem gelang’s auf seine Weise. Kleine Geschichte, viel Symbolik. Jetzt wird das grosse Rohkostfrühstück gegessen – von David vorbereitet.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0048.JPG"><img class="aligncenter size-large wp-image-734" title="FILE0048" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0048-560x420.jpg" alt="FILE0048" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Dann geht’s in den Garten und an die Schularbeit.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0180.JPG"><img class="size-large wp-image-727 aligncenter" title="FILE0180" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0180-420x560.jpg" alt="FILE0180" width="407" height="542" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0181.JPG"><img class="alignnone size-large wp-image-728" title="FILE0181" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE0181-420x560.jpg" alt="FILE0181" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Nach ein paar Wochen kann David Englisch sprechen und hat nicht mehr den Zwang, jeden Tag Gel in die Haare zu schmieren. Er haut sich nicht mehr selber, wenn er etwas nicht gleich richtig macht, läuft fröhlich in T-shirt und Turnhosen rum und erklärt allen, die es hören wollen (oder auch nicht), dass man sich selber heilen kann. Wenn er wieder zuhause in Deutschland ist, will er seinen ganzen Lebenstil mehr selber gestalten, sagt er. „Kann das sein, dass man sich so mehr chillig, so, how you say ‚ruhig’ &#8211; ‚calm’, ne? &#8211; jedenfalls so mehr ‚calm’ fühlt von dem veganischen und dem Rohkostessen?“ fragt er mich in seinem ganz eigenen Englisch.„Ja, das ist bestimmt so“, sage ich. Und er zählt mir lauter Leute auf, die er auch zum Sophia’s Center schicken will, um das ‚Chillen’ zu lernen.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE01822.JPG"><img class="aligncenter size-large wp-image-731" title="FILE0182" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/FILE01822-560x420.jpg" alt="FILE0182" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Dann macht er eine Zeichnung unseres Hauses für sein Buch.</p>
<p>Ein paar Tage später kommen seine Eltern, sein Bruder und dessen Freundin aus Deutschland zu Besuch. Sie wollen sich kurz Amerika ansehen, mit David zusammen zu den Niagara Fällen fahren und dann mit ihm zurück nachhause. Er zeigt ihnen fröhlich alles, was er so gelernt hat. Seine Familie hat sich aber nicht so stark verändert, wie er. Sie verstehen nicht so schnell, wie viel er jetzt wirklich besser kann und weiss. Sie argumentieren, verteidigen ihr Rauchen, Trinken und ihre ungesunde Diät. Auch das sind ja Normen, die wir geneigt sind „normal“ zu nennen. Oh je, da fällt auch David zurück ins Bockigsein, verweigert sich und verschwindet kurzerhand in der Stadt Niagara. Er hat nichts zum Arbeiten mitgenommen. Nicht einmal ins Tagebuchschreiben kann er sich flüchten. Dann will er eben Shoppen, oder zurück zu Johanna, sagt er, als sie ihn wiederfinden. Er braucht Sinn und sinnvolles Tun in jedem Tag, denke ich, als ich die Geschichte zu hören kriege, wie sie alle wieder bei uns sind. Touristenreisen und Shoppen können diesen Sinn nicht geben. Er muss sinnvolle Beiträge leisten dürfen. Sein Leben soll an Wichtigkeit gewinnen. Auch in den Augen seiner Familie. Wie gut, dass wir noch zwei Tage haben, die Dinge zu besprechen. Uns der Norm anpassed, oder unserem Leben Form geben, was ist uns wichtiger?</p>
<p>Morgen wollen wir hier in der Gegend wandern gehen. David wird sich um die Verpflegung kümmern. Wir werden auch alle draussen ein Landschaftsbild malen oder zeichnen. Da kann er ihnen zeigen, wie das geht! Und dann kann er, wie so oft, auf ein schönes Naturereignins deuten und sein neues Lieblingswort benutzen: AWESOME!</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/GEDC0067.JPG"><img class="aligncenter size-large wp-image-732" title="GEDC0067" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/GEDC0067-560x420.jpg" alt="GEDC0067" width="560" height="420" /></a></p>
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		<item>
		<title>Champagnerrisotto &#8211; Mythos und Wahrheit</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 19:59:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alexanderdill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben im Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Champagnerrisotto]]></category>
		<category><![CDATA[Taittinger]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Begriff erregt Mißtrauen und klingt nach Angeberei. Champagnerrisotto. Was hat ein Volksgericht aus der Poebene mit dem französischen Edelgewächs zu tun? Wir reden nicht groß darüber und versuchen uns stattdessen in dieser Disziplin. Mit 1kg Ochsenschwanz vom Münchner Viktualienmarkt und schwer erhältlichem Risottoreis, einer halben Knolle Sellerie und 5 großen Karotten, mit viel frisch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/08112009798.jpg"></a>Der Begriff erregt Mißtrauen und klingt nach Angeberei. <em>Champagnerrisotto</em>. Was hat ein Volksgericht aus der Poebene mit dem französischen Edelgewächs zu tun? Wir reden nicht groß darüber und versuchen uns stattdessen in dieser Disziplin. Mit 1kg Ochsenschwanz vom Münchner Viktualienmarkt und schwer erhältlichem Risottoreis, einer halben Knolle Sellerie und 5 großen Karotten, mit viel frisch gemahlenem Pfeffer in Ermangelung von Safran, Wacholder und Lorbeer. Zwei Schalotten in reichlich Olivenöl anbraten und 400g Reis (für zwei) in der Pfanne darin wälzen. Dann mit der Ochsenschwanzbrühe aufgiessen. Immer dabei bleiben. Am Ende das köstliche Fleisch vom Ochsenschwanz abtrennen und mit den Gemüsen auf dem Risotto servieren:</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/08112009799.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-713" title="08112009799" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/08112009799-560x420.jpg" alt="08112009799" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Was war nun mit dem Champagner? Zunächst wurde mit <em>Taittinger </em>ein wirklich trinkbarer Vertreter dieser Gattung ausgewählt, den es auf dem Viktualienmarkt zu nicht übertriebenen 34 Euro gibt. Nicht trinkbar sind nach meiner unmaßgeblichen Meinung insbesondere: Moet&amp;Chandon, Piper Heidsieck, Paul Roger, Lanson, Veuve Clicquot, Laurent Perrier. Das Risotto wird nun buchstäblich in den letzten 30 Sekunden im vollen Aufkochen mit einem Glas Champagner begossen. Dieser schäumt augenblicklich und gibt tatsächlich &#8211; wenn man die Pfanne sofort vom Herd nimmt &#8211; einen feinherben, saftig-weinigen Gout.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/08112009800.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-710" title="08112009800" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/08112009800-420x560.jpg" alt="08112009800" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Wer gerne und of Risotto ißt, weiss, wie groß die Gefahr des zu trockenen und zu wenig saftigen Risottos ist. Manche helfen sich im letzten Moment mit Sahne. Spanier ertränken ihre Paella in Öl. In Milano ist Safran der Bringer. Die Franzosen beherrschen das Entenrisotto. Die Dosage in den letzten Sekunden ist ein sicherer Weg, dem Gericht zum Erfolg zu verhelfen. Dieser Weg kann aber nicht die Brühebasis ersetzen, die herzustellen für Vegetarier ein fast aussichtsloses Unterfangen ist, denn Reis in einer Minestrone zu brühen, macht noch kein Risotto.<br />
<a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/08112009798.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-712" title="08112009798" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/08112009798-300x225.jpg" alt="08112009798" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Insgesamt ist Risotto erheblich aufwendiger als Pasta. Eine Einladung zum Risotto erfordert mindestens 3 Stunden Vorbereitung und man sollte schon einige Risottos gemacht haben, denn die Fehler lauern an jeder Ecke. Zu kurz. Zu lang. Zu hart. Zu durch. Zu trocken. Zu aufgeschwemmt. Zu wenig gesalzen. Runder Reis, erst recht Vollkornreis, saugt Gewürze und Flüssigkeiten, selbst eine Flasche Wein wie nichts auf. Er ist ein schwarzes Loch.<br />
Mit diesen Grundinformationen sollte man sich nicht scheuen, ein Champagnerrisotto zu wagen.<br />
Über die Vorurteile gegenüber dieser Delikatesse wird man dann nur noch schmunzeln.</p>
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		<title>Die Ehrentrudiskapelle auf dem Tuniberg</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 21:45:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alexanderdill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben im Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrentrudis]]></category>
		<category><![CDATA[Kapelle]]></category>
		<category><![CDATA[Maria]]></category>
		<category><![CDATA[St. Ehrentrud]]></category>
		<category><![CDATA[St. Rupert]]></category>
		<category><![CDATA[Tuniberg]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Freiburger Staatsarchiv bietet ein sensationelles Foto der Ehrentrudiskapelle auf dem Tuniberg, das uns als Einstimmung auf diese Reportage dienen mag. Ehrentrud soll die Schwester des Heiligen Rupert (650 bis 718) gewesen sein, der wiederum als erster Bischof von Salzburg gilt. In einer anderen Heiligenlegende heißt es, sie habe das Salzburger Frauenkloster Nonnberg gegründet und sei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Freiburger Staatsarchiv bietet ein sensationelles <a href="https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/zoom.php?bestand=22286&amp;id=1397188&amp;screenbreite=1280&amp;screenhoehe=740">Foto </a>der Ehrentrudiskapelle auf dem Tuniberg, das uns als Einstimmung auf diese Reportage dienen mag. Ehrentrud soll die Schwester des Heiligen Rupert (650 bis 718) gewesen sein, der wiederum als erster Bischof von Salzburg gilt. In einer anderen <a href="http://www.heiligenlegenden.de/literatur/bavaria-sancta/zweiter-abschnitt/ehrentrudis/home.html">Heiligenlegende </a>heißt es, sie habe das Salzburger Frauenkloster Nonnberg gegründet und sei bereits am 30. Juni 623 verstorben.<br />
Ohne dies aufklären zu können, spazierte ich vom Golfplatz Tuniberg über Lieblings-Wege (mit Grasstreifen in der Mitte)&#8230;..</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/20092009455.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-697" title="20092009455" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/20092009455-420x560.jpg" alt="20092009455" width="420" height="560" /></a></p>
<p>&#8230;zu der Kapelle, die sich mir äußerst schottisch-keltisch-irisch gab:</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/20092009460.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-700" title="20092009460" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/20092009460-560x420.jpg" alt="20092009460" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Schon immer gehörte es zur Dramaturgie von Kultstätten, sie erhöht gegen den Himmel zu präsentieren, weil durch die Sonnenstrahlen so eine Bühnenbelichtung zur Verfügung steht. Innen gewinnen Marienkapellen dadurch an Ausstrahlung, dass in ihnen Kerzen gestiftet werden; Zeichen einer Überschüttung Marias mit Bitten. Jede Kerze steht für eine Bitte. Die Kerzen umringen Maria.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/20092009461.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-701" title="20092009461" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/20092009461-420x560.jpg" alt="20092009461" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Ich begebe mich in dieses Kraftfeld mit dem festen Vorsatz, für nichts und niemand etwas zu erbitten. Ich habe nur zu danken und danke in diesem Fall vor Ort, also Maria: <em>Heilige Maria, ich danke Dir für diesen Tag!</em></p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/20092009462.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-702" title="20092009462" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/20092009462-560x420.jpg" alt="20092009462" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Allerdings sieht man beim Danken nicht weniger lächerlich aus, als beim Bitten. Zu spät.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Solar im Hinterland von New York</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 07:03:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben im Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Gastbeitrag von Johanna Sophia, New Berlin, US-Bundesstaat New York
Nathan und Melinda sind sozusagen echte Anthroposophen ohne den Titel. Sie philosophieren und sammeln Information über gesundes Leben und Gentechnik auf ihrer Webseite Raw-Wisdom. Jetzt wollten sie Sonnenergie in ihr Leben bringen. Sonnenwärme, billiges Heisswasser und billigere Heizung wünscht sich fast jeder. Auch möchten viele in diesem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gastbeitrag von <a href="http://www.sophiascenter.com/">Johanna Sophia</a>, New Berlin, US-Bundesstaat New York</p>
<p>Nathan und Melinda sind sozusagen echte Anthroposophen ohne den Titel. Sie philosophieren und sammeln Information über gesundes Leben und Gentechnik auf ihrer Webseite <a href="http://www.raw-wisdom.com/">Raw-Wisdom</a>. Jetzt wollten sie Sonnenergie in ihr Leben bringen. Sonnenwärme, billiges Heisswasser und billigere Heizung wünscht sich fast jeder. Auch möchten viele in diesem Universitätsstädtchen etwas Gutes für unseren Planeten tun. Hier in den Bergen, nördlich von New York City, wird es um diese Jahreszeit sehr schnell sehr kalt. Doch die Solarthermie ist trotzdem noch kaum auf den Dächern zu sehen. Die Leute haben Angst vor der Meinung des Nachbarn und möchten nicht die Ersten sein. Darum ist wohl noch jedes Solarsystem in einem Privathaus eine schwierige Geburt. Aber Nathan und Melinda haben Mut.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Nathan-und-Melinda21.JPG"><img class="size-medium wp-image-676 alignleft" title="Nathan und Melinda2" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Nathan-und-Melinda21-225x300.jpg" alt="Nathan und Melinda2" width="259" height="341" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Nathan-und-Melinda33.JPG"><img class="size-medium wp-image-683 aligncenter" title="Nathan und Melinda3" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Nathan-und-Melinda33-225x300.jpg" alt="Nathan und Melinda3" width="268" height="358" /></a></p>
<p>Gegenwärtig schliesse ich gerade den Prozess der Installation eines Solarthermiesystems in Oneonta, New York, ab. Es drängt, weil weitere Aufträge davon abhängen, dass ich wirklich einmal den Verkauf und den Einbau selber von Anfang bis zum Ende begleitet habe und jeden Schritt kenne. Ich war tatsächlich selber auf dem Dach und habe die empfindlichen Glasröhren eingesetzt. Später habe ich mitgeholfen, die frisch geschweissten Kupferrohre doppelt zu isolieren. Ein Protokoll soll jetzt aufgestellt werden, nach dem wir in der Zukunft Fertigungsschritte abhaken, oder Probleme zum Fehlerschritt zurückverfolgen können. Ich steige sozusagen in die nächste Etage der Solartechnik auf: Ich verkaufe jetzt nicht nur die Produkte, ich entwerfe jetzt auch das System im gegebenen Umfeld (ein Privathaus und eine Kirche stehen an) und überwache dann mein Installationsteam während der gesammten Installierung. Nun muss nur noch der Klempner den Hausanschluss an unser bereits funktionierendes Solarsystem anschliessen. Es muss ein örtlich eingetragener Fachmann sein, damit der Käufer die Fördergelder erhalten kann. Dann kommt der Moment der Wahrheit: Wieviel Heisswasser werden unsere Glasröhren auf dem Dach des Käufers nun wirklich auch an einem regnerischen Herbsttag produzieren? Als wir die Röhren einsetzten stieg die Temperatur des Systems innerhalb einer halben Stunde auf 238 Grad Fahrenheit (ca 103 Grad C). Wir waren beeindruckt.</p>
<p>Heute spreche ich endlich mit dem Klempner. Ich hatte ihn die ganze Woche lang nicht erreicht, aber ich erwische ihn jetzt am Samstagmorgen bei sich zuhause. &#8220;Ich kann nicht den grossen Job für so einen kleinen unterbrechen&#8221;, sagt er mir zuerst. &#8220;Montag früh ist ja sowieso Wochendend-Unterbrechung gewesen&#8221;, sage ich. &#8220;Aber ich kann das Geld nicht vorstrecken&#8221;, sagt er. &#8220;Kein Problem, ich kann im Voraus bezahlen.&#8221; Sage ich, &#8220;wir machen das beide zusammen, dann sind wir in zwei Stündchen fertig.&#8221; &#8220;So schnell geht das nicht.&#8221; Sagt er. Und ich weiss, dass er Recht hat. Ich weiss aber auch, dass er sich vor dieser kleinen Aufgabe drückt, weil er zwar ein erfahrener Klempner ist, aber noch nie ein Solarsysthem angeschlossen hat. Ich mach’ noch ein paar Scherze und dann haben wir eine Verabredung für Montag nachmittag. &#8220;Ich hab’ ja eigentlich das ganze Zeug, was ich brauche, bloss n&#8217; paar Stück Kupferrohr noch&#8230;&#8221; sagt er. &#8220;Na dann, bis Montag!&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Klempner1.JPG"><img class="aligncenter size-large wp-image-675" title="Klempner1" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Klempner1-420x560.jpg" alt="Klempner1" width="420" height="483" /></a></p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Klempner2.JPG"><img class="aligncenter size-large wp-image-679" title="Klempner2" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Klempner2-560x420.jpg" alt="Klempner2" width="560" height="420" /></a></p>
<p>Das Kellerloch ist winzig und der Klempner ist riesig. Wie viele amerikanische Häuser, hat Nathans Haus keinen richtigen Keller sondern nur eine Grube unter einem Teil des Hauses. In dieser Grube drängen sich unorganisiert die selbstgebastelten elektrischen Drähte des Hauses und die Röhren der Heissluftheizung mit dicker Isolierung. Die Technik für jederman ist in Amerika oft recht primitiv. Dies alles wäre soviel geordneter und geradlieniger in Deutschland, denke ich. Hier aber haben wir alle das Gefühl, dass wir etwas Abenteuerliches und Einmaliges geschaffen haben. Denn wir mussten nicht nur um die unregelmässigen Dachfenster herum eine Anlage aufbauen, sondern auch mit diesem Mini-Kellerchen zurechtkommen.</p>
<p><a href="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Nathan-und-Melinda4.JPG"><img class="aligncenter size-large wp-image-680" title="Nathan und Melinda4" src="http://www.anthroposophie-im-alltag.de/wp-content/uploads/2009/11/Nathan-und-Melinda4-420x560.jpg" alt="Nathan und Melinda4" width="420" height="560" /></a></p>
<p>Die Anlage ist fertig. Die kleinen Motoren der Pumpen surren leise, weil die Sonnenwärme heisses Wasser produziert. Sonnenenergie ist ein Geschenk, das wir in unsere Häuser aufnehmen können.</p>
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