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2. Dez. 2009

Eigentlich sollte der Beitrag über das GoetheGropiusanum mein letzter Beitrag hier sein. Doch dann spazierte ich von der Gerbergasse in Basel den Spalenberg hoch, auf der Suche nach Essbarem. Schwyzerisch-heimlige Ecken sind mir immer kulinarisch verdächtig. Ich vermute darin – meist zu Recht – traurige Kurden, Albaner und Ukrainer und müde Küche, so auch hier:

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Doch dann erweckt eine Kreidetafel meine NeuBegierde.

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Ossobucco Milanese mit Wein und Wasser inklusive. Für 15 Franken. Normalerweise würde ich als erfahrener Gast hier passen, in dem Glauben, meine doch sehr reiche Erfahrung würde mir sicher das Urteil erlauben, dieses Angebot könne so nicht und nie stimmen. Entweder wäre das Ossobucco, jener paradiesische Kalbshals am Knochen, in dessen Höhle das Knochenmark, jene feinste Delikatesse sich verbirgt, wäre dieser Ossobucco fad, zerkocht oder sehnig, oder der Wein wäre aus Baden. Oder gar beides.

 

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Wie so oft in diesem Leben, kam alles völlig anders. Innert 3! Minuten nach der Bestellung erhielt ich die oben abgebildete Delikatesse. Der Ossobucco war mit reichlich frischem Salbei und Thymian versehen. Er zerging fast auf der Zunge und der Knochen enthielt noch das Mark. Zur saftigen Tomatensauce wurde knuspriges Weißbrot gereicht. Der galizische Weißwein war in klassischer Sauvignon-Art erdig, trocken und trotzdem vollmundig und nicht säurebetont:

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Da beschloss ich, noch einen Beitrag zu machen. Schließlich hieß dieser Blog Die Welt als Geschenk. Nachdem ich auch 0,4 Liter gutes Mineralwasser getrunken hatte, erbat ich die Rechnung, die ich hier in voller Größe präsentieren möchte. Als Mahnung, als Weckruf, als Skandalon:

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Ich gab 20 Franken, um mich etwas besser zu fühlen. Aber eigentlich hätte ich 45 geben müssen. So viel nämlich war es wert, was mich an einen Bericht erinnerte, den ich kürzlich auf Philosophie und Wirtschaft veröffentlichte, wo ich ebenfalls viel zu günstig viel zu gut ass. Der Kenner, so heißt es, schweigt und genießt. Ich bin dann lieber doch kein Kenner.

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