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5. Okt. 2009

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Die elegante Dame (rechts) genießt es, ihren Nachbarn (links) zu beeindrucken. Sie käme, sagt sie, aus Salzburg, wo es einfach am Schönsten sei. Der Herr nickt etwas scheu – oder wagt nur nicht, zu widersprechen.

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Nachdem sie aufgezählt, was alles in Salzburg am Schönsten und daher empfehlenswert sei – es seien erwähnt: das Gwandhaus von Gössl, Schloß Aigen, natürlich Tomaselli und Bazar – kommt sie zu ihren überaus erfolgreichen und daher als gelungen zu betrachtenden Kindern. Ihr Sohn sei am Londoner King’s College. Gleich nach dem Studium habe man sich auch von Columbia (New York) und Yale um ihn bemüht, da er ja der Beste war. Er aber lehnte alle ab und nahm in seiner Bescheidenheit nur King’s College.

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Der Herr versucht seine Tochter ins Spiel zu bringen. Sie habe immerhin in Weihenstephan Lebensmittelbiologie studiert. Die Dame nimmt es mitleidig zur Kenntnis. Weihenstephan? Wo liegt das denn? Der Herr fühlt sich elend. Die Dame fährt fort: “Nun, wo er die Transplantationsabteilung leitet, mußte er sich natürlich ein Haus kaufen. Und stellen Sie sich vor, er kaufte keins, sonder baute eines!” Dies wurde dann einer im Gang stehen Dame zuviel.

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“Die Salzburger”, hob sie an, “sehen gerne auf alle anderen, auch auf Österreicher herab.” Nach diesem gelungenen  Entrée, zu dem ihr Gatte (zu meiner Rechten, nicht im Bild) zustimmend von seiner FAZ emporblickte, wandte sie sich an mich: “Sind Sie der Gatte?” Ich blickte betreten zu Boden.

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Die neue Dame erwähnte beiläufig, ihre Tochter habe sich längst in ihr Sommeranwesen am Attersee zurückgezogen, was die Salzburgerin dann doch aus dem Konzept brachte.

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Darf ich bemerken, dass der Wettstreit zumindest zwischen den Damen doch unentschieden ausging? Der Herr und ich waren nämlich die eigentlichen Verlierer mit unserer erfolglosen Brut in Weihenstephan, Universität Wien und LMU München. Es war sicher klug von mir, gar kein Wort zu sagen. Meine Recherchen ergaben, dass es sich bei der Dame um Barbara, die Gattin des Ordensfürsten Konrad Auzinger  handeln könnte, womit Ihr Sohn Dr. Georg Auzinger, seines Zeichens “Consultant Intensivist” in der Lebertransplantationsabteilung des King’s College wäre.

1. Okt. 2009

Die Kunde vom Weg zur rechten Entscheidung, die Dezisionologie, ist der Schlüssel zum Wohlbefinden in einer nüchtern-rationalen Welt. Dies gilt nicht nur für beide Geschlechter, sondern auch für jene, deren Berufung und Broterwerb darin besteht, in eben dieser rationalen Welt hauptberuflich für das Irrationale zuständig zu sein. Dennoch drängen auch diese uns zu einer doch sehr rationalen, um nicht zu sagen profanen Entscheidung:

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 So leicht es für die betreffenden beiden Inhaber dieser Ämter sein mag, sich aufgrund dieser deutlichen Hinweise in jeder Hinsicht richtig zu entscheiden, so sehr wurde dabei vergessen, in welche Gewissensnöte wir, die keiner der beiden Gruppen angehören, durch diese Kennzeichnung geraten. In unserer Not parken wir gegenüber, um ja nicht in die Situation geraten zu müssen, einem der beiden das Amt zu rauben:20092009454        20092009453

 

Unsere Autos hätten auch Fragen für die Gläubigen aufgeworfen, die nicht in erster Linie theologischer Art gewesen wären; Fragen, die wir uns und ihnen als passionierte Kirchgänger ersparen wollten. Soweit also zur Entscheidungskundelektion für männliche Menschen, auch Männinen genannt.
Für Frauinnen sieht die postmoderne Entscheidungssituation ganz genau so aus:

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In Ermangelung von deutlich geschlechtsspezifisch beschilderten Parkplätzen und Statussymbolen für 100.000 Euro wird den weiblichen Wesen am Marktplatz die hier bebilderte Entscheidungssituation geliefert (Bild oben): Soll die Selbstverwirklichung mehr durch eine zwangsläufig ins Soziale mündende Tätigkeit, das Stricken, ausgeübt werden? Oder, so die Alternative auf der linken Seite, soll frau Italienisch lernen oder gar mit Der Erfolg ist in dir! vom Tupperware-Vorsokratiker Dale Carnegie “Die Wüstenblume” und alle Coelhos vom Nachttisch drängen? Oder muss gar Barbara Bradley (Ohallefs Vermächtnis) dafür sorgen, dass die fehlenden Kapitel zur bald bevorstehenden Heilpraktikerprüfung dem endgültigen Vergessen anheim fallen, was als ein Wink des Engels gedeutet werden könnte, doch einen anderen Weg zu gehen?
Wir wissen es nicht. Wir sind nur froh, dass es sowohl für Männer wie für Frauen so klare Entscheidungsgrundlagen gibt, dass eigentlich nichts schief gehen kann, oder?

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