Während das Fotografieren streitender Paare mit Baby und herumlümmelnder Jugendlicher mit Migrationshintergrund im Bahnhofsgebäude der Endhaltestelle der Münchner U5 aus bekannten Gründen für gutgekleidete Männer meines Alters nicht ganz ohne Risiko ist, weiche ich auf dankbarere Objekte aus.
Nichts auf diesem Bild deutet darauf hin, dass es diese Reportage wert ist. Es sieht einfach zum Wegklicken aus. Und doch verbirgt es wertvolle Schönheit, die wir beim Näherkommen entdecken dürfen:
Das ist eben der Mittelstreifen aus dem obersten Bild! Irgendwelche rot-grünen Stadtgärtner haben den alten Rasen entsorgt und offensichtlich relativ spät Blumen ausgesät, denn diese Szene spielt sich nicht im Juli, sondern am 10. Oktober ab. Sogar an Schafgarbe für das inzwischen allerdings nicht mehr so populäre I-Ging hat die Stadtverwaltung gedacht.

Ich bin allerdings der einzige Mensch weit und breit, der sich diesem Paradies widmet und riskiere, von den Münchner Autofahrern, die mich mit bösen Blicken bedenken, hingerichtet zu werden. Ich verstehe, warum gerade in München solche Morde an Passanten möglich sind: In wenigen Städten sind die Menschen gleichgültiger gegeneinander als in meiner Geburtsstadt.









