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30. Mai. 2011

Lange wurde hier das Leben nicht mehr repräsentiert …

… wer möchte es ändern ?

18. Sep. 2010

Man erwartet von Schriftstellern außergewöhnliche Grenzerfahrungen. Einst hatten sie Krieg zu kennen; dann Sex, schließlich auch andere Schriftsteller.  Auch von Fotografen – man erinnere sich an Capra oder Cartier-Bresson - möchten wir einzigartige Bilder aus fremden Welten sehen. Nun gut, wenn es denn sein muß:
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Ich kann gar nicht genug betonen, wie unheimlich diese Situation war, welche Risiken mit den Fotos verbunden waren, insbesondere, als ich mich dem Objekt noch weiter näherte, bzw. dieses auf mich zu kam:

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Ich kann das nicht zur Nachahmung empfehlen. Derartige Objekte sieht man oft nur einmal – und danach kann man nicht mehr von ihnen berichten. Oder stand das Bild nur auf dem Kopf? Handelte es sich gar um einen gewöhnlichen, täglichen Sonnenuntergang?

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Es sah doch so außerirdisch-eruptiv-gefährlich aus…Man spürte förmlich, wie der Betrachter von Hitze und Eruption zerstäubt wurde. Und nun das: Es war nur ein auf den Kopf gestellter Sonnenuntergang. Sagt uns das etwas über Grenzerfahrungen? Nicht nur weil ich solche gänzlich uninteressant finde, sage ich: Nein, es sagt uns nichts. Aber es wäre charmant, Grenzerfahrungen nur als auf dem Kopf stehende Bilder des normalen Lebens zu betrachten. Oder, einfacher formuliert: Jeder Eisprung ist aufregender und grenzwertiger als die Besteigung des K2.

2. Dez. 2009

Eigentlich sollte der Beitrag über das GoetheGropiusanum mein letzter Beitrag hier sein. Doch dann spazierte ich von der Gerbergasse in Basel den Spalenberg hoch, auf der Suche nach Essbarem. Schwyzerisch-heimlige Ecken sind mir immer kulinarisch verdächtig. Ich vermute darin – meist zu Recht – traurige Kurden, Albaner und Ukrainer und müde Küche, so auch hier:

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Doch dann erweckt eine Kreidetafel meine NeuBegierde.

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Ossobucco Milanese mit Wein und Wasser inklusive. Für 15 Franken. Normalerweise würde ich als erfahrener Gast hier passen, in dem Glauben, meine doch sehr reiche Erfahrung würde mir sicher das Urteil erlauben, dieses Angebot könne so nicht und nie stimmen. Entweder wäre das Ossobucco, jener paradiesische Kalbshals am Knochen, in dessen Höhle das Knochenmark, jene feinste Delikatesse sich verbirgt, wäre dieser Ossobucco fad, zerkocht oder sehnig, oder der Wein wäre aus Baden. Oder gar beides.

 

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Wie so oft in diesem Leben, kam alles völlig anders. Innert 3! Minuten nach der Bestellung erhielt ich die oben abgebildete Delikatesse. Der Ossobucco war mit reichlich frischem Salbei und Thymian versehen. Er zerging fast auf der Zunge und der Knochen enthielt noch das Mark. Zur saftigen Tomatensauce wurde knuspriges Weißbrot gereicht. Der galizische Weißwein war in klassischer Sauvignon-Art erdig, trocken und trotzdem vollmundig und nicht säurebetont:

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Da beschloss ich, noch einen Beitrag zu machen. Schließlich hieß dieser Blog Die Welt als Geschenk. Nachdem ich auch 0,4 Liter gutes Mineralwasser getrunken hatte, erbat ich die Rechnung, die ich hier in voller Größe präsentieren möchte. Als Mahnung, als Weckruf, als Skandalon:

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Ich gab 20 Franken, um mich etwas besser zu fühlen. Aber eigentlich hätte ich 45 geben müssen. So viel nämlich war es wert, was mich an einen Bericht erinnerte, den ich kürzlich auf Philosophie und Wirtschaft veröffentlichte, wo ich ebenfalls viel zu günstig viel zu gut ass. Der Kenner, so heißt es, schweigt und genießt. Ich bin dann lieber doch kein Kenner.

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